Alles über die richtige Mobilisierung in der Intensivpflege

Immobilität in der Intensivpflege führt zu einem enormen Abbau des Muskulatur, zu einer Schwächung und zu schlechteren funktionellen Ergebnissen.Patienten, die sich in der Intensivpflege befinden, möchten nicht nur den ganzen Tag im Bett liegen. Sie sind gerne in einem wachen und aktiven Zustand und schätzen es, wenn sie durch die Mobilisierung aktiv in die eigene Genesung mit eingebunden werden.

Muskelkraft stärken

Längere Immobilität kann zu kurz-, mittel- und langfristigen physischen und psychischen Schäden führen. Deshalb wird gerade für Intensivpflegepatient*innen eine frühzeitige Mobilisierung empfohlen. Dazu gehört ein kontinuierliches Training der Muskelkraft, auch die der Atmungsmuskulatur bei beatmeten Patient*innen. Körper und Atemmuskulatur können durch aktive und passive Übungen gestärkt werden. Dieses Training wird von Physio- und Ergotherapeut*innen unterstützt. Sie haben Arbeitsmittel wie Therabändern, Knautschbällen, Hanteln, Bettfahrrädern oder Ergometer zur Verfügung.

Schon Kleinigkeiten helfen

Als Pflegekraft kannst du im Alltag mit vielen Kleinigkeiten dazu beitragen, dass deine Patient*innen mobiler werden. Baue kleine, immer wiederkehrende Übungen in den Tag mit ein, die vielleicht die Koordination und Geschicklichkeit deiner Patient*innen fördern, aber auch ihre Konzentrationsfähigkeit verbessern.

Kopfarbeit darf nicht vernachlässigt werden

Doch nicht nur das Training der Muskulatur spielt bei einer erfolgreichen Mobilisierung eine Rolle. Nicht nur der Körper, sondern auch Geist und Seele müssen gefördert und gefordert werden. Um Patient*innen neuen Reizen auszusetzen, kann man ihnen einfach etwas Gesellschaft leisten, vorlesen, singen oder Spiele spielen. Darum kann sich eine Pflegekraft oder aber eine Betreuungskraft kümmern.

Gute Ernährung bringt Energie

Auch die Ernährung ist wichtig für eine erfolgreiche Genesung und die Mobilisation. Denn nur, wer genug Energie hat, kann die verlorenen Kräfte wieder aufbauen. Das behandelnde ärztliche Fachpersonal kann dabei helfen, eine eventuelle Mangelernährung zu beheben oder zu verhindern. In Intensivpflege-Wohngemeinschaften gibt es oft Hauswirtschaftskräfte, die für die Patient*innen kochen und sie so (sofern essen möglich ist) mit frischen Speisen stärken.

Entwöhnung fördern

Logopäd*innen können dabei helfen, das Schlucken wieder zu erlernen. So ist das selbstständige Essen bald wieder möglich. Auch Atemübungen führt ein Logopäde mit den Patient*innen durch, so kann die Zeit am Beatmungsgerät verkürzt werden. Auch das Sprechen braucht Übung: Deshalb führen Therapeuten mit Patient*innen ein Sprachtraining mit der Trachealkanüle aus. Wenn Patient*innen sich wieder mitteilen können, kann dies eine enorme Wirkung haben. Die Genesung schreitet spürbar voran, das selbstbestimmte Leben wird wieder greifbarer. Psychologisch kann dies viel Bewirken. Jeder kleine Erfolg sollte also ensprechend gewürdigt werden.

Rückschläge können passieren

Eine besondere Herausforderung bei der Mobilisierung von Intensivpflegepatient*innen ist es, diese nicht zu Überfordern. Denn gerade bei körperlichen Anstrengungen steigt die Sauerstoffnot und unter diesem Einfluss bricht schnell Panik aus. Geschieht dies regelmäßig, entziehen sich Patient*innen der Mobilisierung und signalisieren, dass sie nur noch schlafen wollen oder wehren sich vehement gegen die Bewegungstherapie. Dies gilt es zu verhindern, da sonst die Genesungschancen geringer werden.

Als Pflegefachkraft unterstützt die deine Patient*innen dabei, diese Fortschritte in ihrer Mobilität zu machen und begleitest sie bei ihrem Genesungsprozess und dokumentierst diesen natürlich auch.