Ausbildung in der Pflege 2020 – alle Änderungen auf einen Blick

2017 regelten noch das Altenpflegegesetz und das Krankenpflegegesetz getrennt voneinander die Vorschriften zu der Ausbildung als Altenpfleger/in. Ende Juni 2017 entschieden der Bundestag und der Bundesrat, dass alle Pflegeausbildungen im neuen Pflegeberufsgesetz zusammengeführt werden. Infolgedessen wird die Ausbildung 2020 in der Pflege übersichtlicher, einheitlicher und kostenfrei, da sich die allgemeine Struktur der Ausbildung vereinfacht.

Die Ausbildung in der Pflege bisher

Bisher beginnen alle Ausbildungsberufe in der Pflegebranche mit dem dreijährigen Besuch einer Berufsschule, welche die theoretischen Inhalte vermittelt. Innerhalb einer Pflegeeinrichtung werden dann die praktischen Inhalte vermittelt und kennengelernt. Die Dauer, Inhalte und staatlichen Abschlüsse waren bisher bundesweit einheitlich, jedoch waren die finanziellen Umstände unterschiedlich geregelt. Je nachdem ob es sich um eine staatliche oder eine private Schule handelte, musste Schulgeld für die Lehre bezahlt werden. Voraussetzung war bislang immer die Mittlere Reife, aber auch mit einem Hauptschulabschluss und der dazugehörigen abgeschlossenen Ausbildung, wie beispielsweise in der Altenpflege, war genehmigt.

Auszubildende haben mehr Entscheidungsfreiheiten

Die Auszubildenden, die sich entscheiden 2020 eine Pflegeausbildung zu machen, haben es zukünftig einfacher. Entscheiden sie sich zu Beginn der Ausbildung für die Alten- oder Kinderkrankenpflege, so können sie sich nach zwei Jahren wieder neu entscheiden. Ab dem dritten Ausbildungsjahr können sie dann die generalistische Ausbildung fortsetzen oder zwischen der Kinderkranken- und Altenpflege wählen. Nach zwei Ausbildungsjahren erhält man somit den Abschluss zur Pflegefachfrau/-mann und kann dann in allen Versorgungsbereichen wie Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege tätig sein.
Um die Pflegeausbildung beginnen zu können, ist eine Mittlere Reife oder eine zehnjährige, allgemeine Schulbildung Voraussetzung. Aber auch Hauptschulabsolventen können die Ausbildung absolvieren, wenn sie über weitere Qualifikationen verfügen.

Keine Kosten mehr für Auszubildende

Auszubildende zahlen an diversen Pflegeschulen viel Schulgeld, deswegen ist es ein großer Fortschritt das die Lehre zukünftig kostenfrei wird.
2020 werden die Ausbildungen über Ausgleichsfonds finanziert, in die Krankenhäuser, Ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen sowie Krankenkassen und das Land einzahlen. Drüber hinaus sollen Auszubildende einen Anspruch auf eine angemessene Ausbildungsvergütung erhalten.

Warum Ausbildung in der Pflegebranche?

Hier ist kein Tag wie der andere. Jeder Tag ist eine neue Herausforderung und ermöglicht einem, sich weiterzuentwickeln. Nicht nur, dass man den älteren und den jüngeren Menschen hilft, man macht bereichernde und bewegende Erfahrungen mit ihnen. Dazu kommt, dass dies ein Beruf mit Zukunft und einem sicheren Arbeitsplatz ist in dem man gute Aufstiegsmöglichkeiten hat. Durch das neue Konzept der einheitlichen Ausbildung soll erreicht werden, dass mehr Menschen Interesse an dem Beruf finden und dem Pflegenotstand entgegen wirken.