Das sollte man über die Grundpflege wissen

Die Grundpflege gehört für fast alle Pflegekräfte zu den täglichen Standardaufgaben. Doch selbst diese alltägliche Aufgabe stellt einen oft noch vor Herausforderungen. Wir zeigen dir, was genau die Grundpflege ausmacht und was du bei ihr beachten solltest.

Das gehört zur Grundpflege

Sobald Menschen aus gesundheitlichen Gründen oder altersbedingt alltägliche Aufgaben nicht mehr alleine bewältigen können, sind sie auf Grundpflege angewiesen. Diese umfasst die Bereiche Körperpflege, Mobilität und Ernährung. In den Leistungskatalogen von Pflegediensten findest du aber ganz unterschiedliche Aufgabenfelder im Bereich der Grundpflege. Diese variieren von Bundesland zu Bundesland. Es gibt z. B. die kleine Grundpflege, große Grundpflege, Grundpflege am Bett, Grundpflege am Waschbecken.

Wichtig ist in allen Bereichen die Körperpflege. Diese beinhaltet u.a. das Waschen, Rasieren, die Mundhygiene und das Assistieren beim Toilettengang. Im Bereich Mobilität wird pflegebedürftigen Menschen beim An- und Entkleiden geholfen, beim Aufstehen und Zubettgehen, beim Gehen und Stehen, sowie beim Treppensteigen. Bei der Nahrungsaufnahme werden die Pflegebedürftigen ebenfalls unterstützt. Dies beinhaltet auch die mundgerechte Zubereitung der Speisen.

Probleme und Herausforderungen bei der Grundpflege

Auch den die Pflege und der nahe Kontakt zu Pflegebedürftigen zum Job einer Pflegekraft gehört, gibt es dennoch Bereiche, die schwierig für die Pflegenden sind. Die Körperpflege eines fremden Menschen auszuführen ist etwas sehr intimes. Es ist ganz natürlich, hier zu Beginn Hemmungen zu besitzen. Auf der einen Seite muss man als Pflegekraft in der Lage sein, die Nähe des Pflegebedürftigen zuzulassen, gleichzeitig seinen eigenen Ekel vor fremden Körpersekreten im Griff haben und den/die Patient*in ausreichend fördern. Auch von Seiten der Pflegebedürftigen gibt es Sorgen und Herausforderungen. Sie müssen sich vielleicht auf eine ganz neue Situation einlassen und lernen, dass die Unterstützung durch eine andere Person nichts schlimmes ist. Pflegebedürftige werden plötzlich von jemandem gewaschen, werden von dieser Person nackt gesehen, empfinden vielleicht auch Ekel vor sich selbst oder schämen sich. Hilfe anzunehmen ist für sie gar nicht so einfach. Beide Seiten sind also vor Herausforderungen gestellt und sollten sich dessen auch bewusst sein.

Grundpflege ist mehr als nur Körperpflege

Jeder Mensch ist unterschiedlich und hat individuelle Präferenzen. Das gilt auch bei der Körperpflege. Die Temperatur des Wassers, Utensilien wie Badeschwämme oder auch die Wahl des Duschgels können für das Wohlgefühl der Pflegebedürftigen entscheidend sein. Lassen dich sich auf Betroffene ein und gib ihnen die Möglichkeit den Ablauf mitzugestalten. Die Details sollten zusammen abgesprochen werden. Die Grundpflege kann auch genutzt werden, um die Selbstständigkeit von Patient*innen zu fördern. Viele Aufgaben können natürlich auch komplett von der Pflegekraft übernommen werden, aber einfache Aufgaben die das Aufdrehen einer Zahnpastatube und das Dosieren kann auch von den Patient*innen übernommen werden. Es dauert vielleicht länger, fördert aber auch den pflegebedürftigen Menschen.

Diese Tipps erleichtern den Umgang mit Gerüchen und Ausscheidungen

Andere Menschen zu pflegen ist für die meisten eine Berufung, aber dennoch stößt man manchmal an die eigenen Grenzen. Reaktionen des Körpers auf Gerüche oder Ausscheidungen passieren manchmal unwillkürlich und sind kein Zeichen von Unprofessionalität. Es gibt Möglichkeiten, diese Reaktionen einzugrenzen. Der Anblick von Urin, Kot oder Erbrochenem ist unschön, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Das „Schlimme“ ist vielmehr der Geruch. Indem Sie flacher Atmen oder die Luft anhalten, dringt weniger Geruch in Ihre Nase ein. Manche Mittel können den unangenehmen Geruch auch einfach überlagern, wie etwa Desinfektionsmittel. Und ein Mundschutz hält einen großen Teil der Gerüche ab und macht sie erträglicher. So fällt die Grundpflege leichter und Patient*innen werden nicht beschämt durch deine (ganz natürliche) Reaktion.

So nimmst du Pflegebedürftigen die Scham

Das Baden oder Hilfe beim Toilettengang zu akzeptieren kann für die betroffene Person sehr schambehaftet sein. Viele empfinden die neue Situation als unangenehm oder sind darüber frustriert, dass sie diese Aufgaben nicht mehr alleine durchführen können. Geben Sie dem*der Betroffenen Zeit und kündigen Sie am besten an, was als nächstes getan wird. Dadurch kann sich der*die Pflegebedürftige darauf einstellen und es kann gemeinsam eine Routine erarbeitet werden. Gewohnheiten sorgen für Sicherheit und können das Wohlbefinden steigern.

Aus Fehlern lernen

Fehler bei der Grundpflege können passieren und sind menschlich. Das Wichtige dabei ist: Lerne aus deinen Fehlern. Bei Stress passiert es z.B. oft, dass Patient*innen nicht genug zu essen oder zu trinken bekommen. Wenn du erkennst, dass etwas nicht so gelaufen ist, wie es sollte, dann versuche es beim nächsten Mal besser zu machen.

Quellen:

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/g/grundpflege.html

https://www.bibliomed-pflege.de/news/29551-was-bei-der-grundpflege-zu-beachten-ist

https://www.pflegen-online.de/ekel-lass-nach-4-tipps-die-garantiert-helfen

https://www.promedicaplus.de/blog/artikel-grundpflege/