Die Digitalisierung kommt – und macht den Pflegeberuf attraktiver

Wir kennen sie alle: Die großen Probleme der Pflege. Hohe Arbeitsbelastung, wenig Personal, kaum Verantwortung und schlechte Bezahlung haben den Ruf der Pflege ruiniert. Die Digitalisierung kann aber einen Wandel bewirken. Sofern sie unter bestimmten Voraussetzungen richtig angewandt werden.

Digitalisierung ist nicht die Lösung – aber sie kann helfen

Wenn wir das Wort Digitalisierung hören, kommen uns vermutlich erst einmal selbstfahrende Autos oder Roboter in den Sinn. Gerade in der Gesundheitsbranche sind moderne Technologien nicht so weit verbreitet, wie sie es vielleicht sein sollten. Der Pflegenotstand ist derzeit wohl unsere größte gesellschaftliche Herausforderung. Und dennoch hinkt Deutschland mit seinen Innovationen hier deutlich hinterher.

Um das Berufsbild des Pflegers zu verbessern, müssen natürlich die Rahmenbedingungen verbessert werden. Dafür sind viele Veränderungen notwendig. Diese können natürlich nicht allein durch die Digitalisierung gelöst werden. Aber dennoch kann die Digitalisierung viel zur Lösung beitragen. Sie kann den Berufsalltag der Pflegekräfte angenehmer gestalten und für Entlastung sorgen, wenn diese benötigt wird. Viele Menschen schätzen und brauchen die Zeit und Zuwendung der Pflegekräfte und den menschlichen Kontakt bei der Pflege. Deshalb sollten Lösungen angestrebt werden, die keine Pflegekräfte ersetzen, sondern ihnen Hilfe leisten können.
Mit jedem Jahr benötigen wir immer mehr Pflegekräfte. In Angesicht der kritischen Situation brauchen wir aber keine langwierigen und überambitionierten Projekte, sondern konkrete und schnelle Lösungen. Und diese sollten auch bald zum Einsatz kommen können.

Digitale Technologien können viel Arbeit abnehmen

Was kostet in der Pflege wohl die meiste Zeit? Die Dokumentation und/oder Verwaltung. Damit verbringt das Personal mehrere Stunden am Tag und der Kontakt mit den Patienten kommt dabei oft zu kurz. Digitale Technologien können hier Abhilfe schaffen. Etwa durch Automatische Bestellsysteme, die durch Sensoren den aktuellen Bestand an Pflegeutensilien messen und eine automatische Nachbestellung tätigen können. Genauso können auch Rezeptabwicklungen und Abrechnungen mit Krankenkassen automatisiert werden. Und im Idealfall sind diese Funktionen dann auch in einem einzigen System integriert. Das ermöglicht eine einfache Kommunikation zwischen Pflegekräften, Ärzten, Produktlieferanten, Krankenkassen und sogar Patienten.

Möglichkeiten bietet die Digitalisierung viele. Wenn die Pflegekräfte dann nicht nur Zeit sparen, sondern auch mehr Verantwortung tragen können, ist die Pflege auf einem guten Weg. Aktuelle Ausbildungsreformen und neue Studiengänge gehen aktuell schon in die richtige Richtung. Sie können dafür sorgen, dass der Beruf der Pflege mehr Wertschätzung erhält.

Aber: Innovation ist nicht immer sinnvoll

Aber generell sollten Projekte nur dann durchgeführt werden, wenn Pflegekräfte wirklich nachhaltig entlastet werden können und Einrichtung und Situation dafür geeignet sind. Innovationen nur um der Digitalisierung Willen sind nicht immer sinnvoll. Lösungsansätze sollten immer auch bezahlbar und im jeweiligen Kontext ausgereift sein. Sie sollten einen messbaren Erfolg zeigen. Es gilt also, die Qualität der Pflege spürbar zu erhöhen, sonst ist Innovation überflüssig.

Weitere Informationen über die Vorzüge der Digitalisierung für Pflegekräfte findet ihr in unserem Artikel: Pflege 4.0 – Welche Gründe für eine Digitalisierung in der Pflege sprechen