Digitalisierung dank Corona

Die elektronische Gesundheitskarte machte den Anfang, noch bevor jemand mit dem Ausbruch des Corona-Virus gerechnet hätte. Nun kommt die Digitalisierung auch immer mehr in den Gesundheitsbereich. Während viele in ihrem Home-Office-Alltag angekommen sind, gibt es auch bei Ärzten, Krankenkassen und Co. viele digitale Veränderungen und Umstrukturierungen.

Erst die Gesundheitskarte, dann die Telemedizin

Seit Juli 2015 ist es in Deutschland nur noch möglich, mit der elektronischen Gesundheitskarte Leistungen der Krankenkassen in Anspruch zu nehmen.

Während der Corona-Pandemie stiegen schnell viele Praxen auf die Telemedizin um. So konnten sie ohne direkten Kontakt, via Telefon oder Videochat, weiterhin PatientInnen behandeln. Und auch die PatientInnen sind begeistert! Laut einer Bitcom-Befragung im März 2020 befürworten ganze 66 Prozent der Befragten die Online-Sprechstunden.

Krankenkassen haben inzwischen viele ihrer Services in den Online-Bereich verlegt. So gibt es auch hier nun mehr Videochat-Sprechstunden und Online-Formulare, welche eine Kontaktvermeidung deutlich vereinfacht.

Pflegebedürftige und die Digitalisierung

Und auch die Pflegebedürftigen selbst werden durch die Digitalisierung unterstützt. So gibt es immer mehr Kommunikationssysteme für ihre Bedürfnisse. Mit diesen werden die PatientInnen zum Beispiel an ihre Medikamenteneinnahme erinnert, wenn durch den Personalengpass, der durch Corona noch verschlimmert wird, mal keine Pflegekraft bei ihnen sein kann.

Für BewohnerInnen von Pflegeheimen ebenso neu: WLAN und die Möglichkeit, ihre Angehörigen per WhatsApp oder Videochats kontaktieren zu können. Leider ist WLAN in deutschen Altenheimen noch immer eine Seltenheit. Nur 37 Prozent der Altenheime bieten ihren PatientInnen den Zugang zum Internet an, davon 80 Prozent gegen eine Nutzungsgebühr.

Veränderungen für Krankenhäuser und Arztpraxen

Mit den Veränderungen durch die Digitalisierung ändert sich auch die Arbeit von Pflegekräften, Krankenschwestern und Co. Krankschreibungen und Rezepte online, per Videosprechstunde, zu verschreiben war nur der Anfang in der Pandemie.

Denn nicht nur die Arbeit mit den PatientInnen wurde digitalisiert, sondern auch die interne Kommunikation und die mit anderen Praxen, Kliniken und Gesundheitsämtern. In einigen Krankenhäusern wurden inzwischen digitale Patientenakten und Apps mit einer Übersicht über die Bettenbelegung eingeführt und vereinfachen nun die Prozesse.

Um die Krankenhäuser und damit auch das Personal zu schützen und zu entlasten wurden außerdem Online-Fragebögen mit einem Corona-Pre-Check erstellt. Mit diesem können PatientInnen im Voraus auswerten, ob sie tatsächlich eventuell an Corona erkrankt sind und wirklich ins Krankenhaus müssen, oder nicht.

Neue Berufsgruppen in den Pflege- und Gesundheitsberufen

Um den Veränderungen stand zu halten und auch die internen Strukturen in der Verwaltung aufrecht erhalten zu können ist es durch die Digitalisierung inzwischen sogar notwendig, dass neue Berufsfelder geschaffen werden.

Eine Fachkraft für digitale Gesundheit soll demnach mit Hilfe von Technologien und Digitalisierung nach individuellen Wegen der Versorgung für ihre PatientInnen suchen.

Der Prozessmanager für digitale Gesundheit arbeitet hingegen arbeitet eher im Hintergrund und ist für die Implementierung und Aufrechterhaltung innovativer Abläufe in der Versorgung zuständig. Dabei entwickelt er medizinische und pflegerische Abläufe, die mit der Einführung digitaler Technologien im Gesundheitsbereich vereinbar sind.

Ein Systemarchitekt für digitale Gesundheit ist für die Leitlinien innerhalb des Unternehmens für die Einführung und Einhaltung digitaler Technologien zuständig. Dabei hat er stets die absolute Übersicht über alle Einzelprozesse und besitzt ein hohes medizinisches und technologische Know-How.

Digitalisierung für alle

Die Digitalisierung ist allgegenwärtig. Durch die schnelle Umsetzung aufgrund der Corona-Pandemie können all die Umstellungen für eine kurzzeitige Überforderung sorgen. Betrachtet man diese aber aus einer langfristigen Perspektive, erkennt man dass auch unglaublich viele Vorteile für Ärzte, Pflegekräfte, Krankenkassen und die PatientInnen entstehen.

Quellen:

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/112595/Gesundheitswesen-benoetigt-drei-neue-Berufsbilder-fuer-Digitales

https://www.apotheken-umschau.de/Coronavirus/Das-Gesundheitssystem-rasch-digitalisieren-558299.html

https://www.hcm-magazin.de/wie-corona-die-gesundheitsbranche-zur-digitalisierung-zwingt/150/25609/400175

https://de-de.nexus-ag.de/unternehmen/magazin/die-corona-krise-als-treiber-fr-digitalisierung