Digitalisierung der Pflegebranche – Die Chance im Kampf gegen den Fachkräftemangel?

Viele Bereiche des täglichen Lebens wurden bereits digitalisiert. In den Urlaub fährt man nicht mehr mit Hilfe einer Landkarte, stattdessen hat man ein Smartphone mit integriertem Navigationssystem als Hilfsmittel parat. Im Restaurant kann das Essen an Automaten bestellt werden, wir lesen Zeitungen und Bücher immer öfter in der digitalen Version und fast jeder trägt eine Profikamera im Miniformat nun mir sich herum. All diese Entwicklungen sollen dazu führen, Zeit effizienter zu nutzen und Menschen das Leben leichter zu machen. Auch in der Pflege gibt es das Potenzial, sich durch technischen Fortschritt weiterzuentwickeln. In einigen Bereichen ist die Digitalisierung schon angekommen, in einigen Einrichtungen jedoch wird immer noch sehr viel analog gearbeitet.

Digitalisierung und Pflege – passt das zusammen?

Eine gute Pflege erfordert von Fachkräften viel Zeit und Kraft. Um die Mitarbeiter*innen entlasten zu können und den Beruf der Pflege für potenzielle Auszubildende interessanter und angenehmer zu gestalten, müssen einige Prozesse, die momentan noch analog erledigt werden, digitalisiert werden. Dadurch könnte dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden.
Dabei ist es enorm wichtig, die aktuellen Pflegekräfte für die Neuerungen zu sensibilisieren und sie mit den Systemen vertraut zu machen.
In vielen Bereichen der Pflege ist die Digitalisierung bereits angekommen. Doch nicht alles kann digitalisiert werden, denn in der direkten Pflege steht der Mensch im Mittelpunkt. Alles muss auf die Patient*innen angepasst und individuell gehandhabt werden, denn die emotionale Unterstützung und die Empathie einer Pflegekraft kann nicht durch eine Maschine ersetzt werden. Was sich jedoch ändern und parallel mit dem technischen Fortschritt weiterentwickeln kann, ist alles rund um die direkte Pflege herum.

Hürden für die Digitalisierung

Die finanzielle Unterstützung des Staates für die Digitalisierung im Gesundheitssektor lässt noch auf sich warten. Während in anderen Branchen bereits viel in die Zukunft investiert wird, müssen viele Einrichtungen im Gesundheitswesen noch immer selbst für die teure Hardware und Software aufkommen. Zudem muss bei den hochsensiblen Daten der Patienten*innen ein besonderes Augenmerk auf den Datenschutz gelegt werden. Die digitale Sicherheit muss gewährleistet sein, denn sie ist ein eine Grundvorraussetzung für die möglichen Veränderungen in der Zukunft. Doch trotz dieser Hürden bietet eine Digitalisierung der Pflegebranche viele Vorteile.

Welche digitalen Chancen gibt es für die Pflege?

Beispielsweise ist es möglich die Datendokumentation und Datenverarbeitung in der Zukunft komplett zu digitalisieren. In einigen Einrichtungen und Pflegediensten wird die Möglichkeit der digitalen Datenerfassung bereits genutzt. Dadurch kann Zeit gespart und effizienter gearbeitet werden. Zudem könnte durch die Zeitersparnis der Pflegekräfte bei der Datendokumentation eine intensivere Patient*innenverbindung entstehen. Interne Prozesse können also weiterentwickelt und optimiert werden. Über den Einsatz von Smartphones oder Computerprogrammen ist auch eine Verbesserung der Kommunikation untereinander möglich.
Durch die Ausrüstung von Pflegeeinrichtungen und Pflegediensten mit digitalen Endgeräten und benutzerfreundlicher Software kann das agile Arbeiten der Fachkräfte forciert werden. Zudem wird dafür gesorgt, dass der Pflegeberuf deutlich attraktiver für potenzielle neue Fachkräfte wird.
Eine weitere Option ist es das mögliche Angebotsspektrum zu erweitern. Denn in der Krankenpflege zum Beispiel kann durch digitalisierte Anmeldungen oder Bewerbungen bereits vieles frühzeitig online abgeklärt werden und die Wartezeiten in Krankenhäusern könnten so verringert werden.

Quellen:

Caritas: www.caritas.de

Clinicserve: www.cliniserve.de