Unterschiede in der gesundheitlichen Versorgung: Stadt vs. Land

Schon seit einigen Jahren gewinnt das Thema der Sicherstellung einer wohnortnahen gesundheitlichen Versorgung mit Ärzten und Pflegeeinrichtungen in der Gesundheitspolitik immer mehr an Relevanz und Aufmerksamkeit. Doch vor allem ländliche Gebiete können diese nicht immer gewährleisten.

Gesundheitliche Versorgung: Stadt vs. Land

Das Auseinanderklaffen der gesundheitlichen Versorgung zwischen Stadt und Land wird schon seit einiger Zeit beklagt. Eine Befragung des Meinungsforschungsinstituts Nielsen im Auftrag des Bundesverbandes der Arzneimittelhersteller (BAH) verdeutlich diesen Umstand zudem: Insgesamt wurden 2000 Personen befragt, wie sie die Gesundheitsversorgung in Stadt und Land wahrnehmen. Knapp drei Viertel der Teilnehmer*innen, die in urbaneren Gebieten leben empfinden die Gesundheitsversorgung insgesamt als „sehr gut“ bis „gut“. Von den Befragten aus Orten mit weniger als 10.000 Einwohner*innen gab lediglich die Hälfte an die Versorgung als „sehr gut“ bis „gut“ zu empfinden. Hinzukommt auch noch, dass ältere Ärzt*innen mit einer Praxis auf dem Land Schwierigkeiten dabei haben einen/eine Nachfolger*in für die Praxis zu finden. Demografische Entwicklungen und der Trend zum Wohnen und Leben in der Stadt können die Gesundheitsversorgung in Zukunft weiter negativ beeinflussen.

Digitale Innovationen sollen Abhilfe schaffen

Um zukünftig eine gute gesundheitliche Versorgung auf dem Land gewährleisten zu können, sind innovative Lösungen notwendig. Doch mit Hilfe der Digitalisierung sollte es Möglichkeiten geben bestehende Diskrepanzen zu entlasten. Auch ohne dabei den Ärzt*innen körperlich gegenübersitzen zu müssen. Beispielsweise ist es bereits möglich von Zuhause aus eine ärztliche Begutachtung zu bekommen: Der TELEARZT. Die Ärzt*innen bleiben in der Praxis, stattdessen können Assistent*innen mit einer telemedizinischen Zusatzausbildung zu den Patient*innen nach Hause fahren. Immer dabei: Ein spezielles Tablet. Dieses übermittelt über Mobilfunk alle relevanten Werte sowie Daten an die Praxis und ordnet diese einer Patient*innenakte zu. Somit liegen den Ärzt*innen alle wichtigen Daten vor. Im Anschluss können die Ärzt*innen mit Hilfe einer Software eine sichere Videoverbindung zu den Pfleger*innen und Patient*innen herstellen. In dieser Videoschalte können dann, wie bei „normalen“ Sprechstunden auch, alle Fragen gestellt und beantwortet oder auch die Befunde zusammen begutachtet und besprochen werden.

Digitale Infrastruktur als Voraussetzung

Um digitale Innovationen wie den TELEARZT erfolgreich und ohne Komplikationen nutzen zu können, muss eines auf jeden Fall gegeben sein: Eine flächendeckende digitale Infrastruktur. Insbesondere eine stabile und vor allem leistungsfähige Internetverbindung oder eine gute Abdeckungen mit Mobilfunk sind jedoch Faktoren, die für viele ländliche Räume Probleme darstellen. Betrachtet man zum Beispiel die Breitbandanschlussmöglichkeiten ländlicher Räume und die von Städten fallen auch hier wieder prägnante Unterschiede auf: „ Während städtische Regionen für Breitbandanschlüsse mit mindestens 50 Mbit/s eine Verfügbarkeit von 90% haben, liegt diese im ländlichen Raum bei 36% und für Breitbandanschlüsse mit mindestens 16 Mbit/s bei 68%“ (Williger/Wojtech 2018). Bereits bei der Betrachtung dieses Aspekts wird deutlich, dass es bezüglich der Digitalisierung große Unterschiede zwischen Stadt und Land gibt.

Es werden innovative, digitale Lösungen benötigt, um auch zukünftig eine gute gesundheitliche Versorgung auf Land gewährleisten zu können. Der digitale Wandel bringt solche Innovationen hervor. Doch um diese nutzen zu können braucht es, insbesondere in ländlichen Regionen, eine stabile und flächendeckende Infrastruktur.

 

Quellen:

Bettina Williger, Annemarie Wojtech (2018): Digitalisierung im ländlichen Raum. Status Quo & Chancen für Gemeinden. Hg. v. Fraunhofer SCS, Alexander Pflaum, Roland Fischer. S. 14-15 und 8-10.

BPB: https://www.bpb.de/politik/innenpolitik/gesundheitspolitik/153675/gesundheitliche-versorgung-in-stadt-und-land
Michael Lobeck (2017): „Digitale Zukunft auf dem Land“. Wie ländliche Regionen durch die Digitalisierung profitieren können. Hg. v. Bertelsmann Stiftung, Gütersloh.

Vitagroup: https://www.vitagroup.ag/de_DE/News-Insights/TeleArzt-bessere-effizientere-medizinische-Versorgung