How To: Wie eröffne ich eine Tagespflege?

In vielen Stadtbezirken gibt es einen hohen Bedarf an Tagespflegeplätzen. Laut Pflegeversicherung ist eine Tagespflege eine teilstationäre Einrichtung, in der Pflegebedürftige unter der Aufsicht ausgebildeter Pflegekräfte tagsüber versorgt und gepflegt werden. Warum also nicht einfach eine eigene Tagespflege eröffnen, wenn so viele Plätze benötigt werden? Was nach einem großen Schritt klingt, muss zwar optimal geplant werden, ist aber gar nicht mal so schwer. Beachte einfach die folgenden Punkte:

1. Antragstellung für eine Tagespflege

Einen Antrag auf Abschluss eines Versorgungsvertrages kannst du ganz unkompliziert bei der für dich zuständigen Pflegekasse stellen. Wenn du nicht weißt, welche Pflegekasse für dich verantwortlich ist, dann kannst du dich diesbezüglich u.a. bei deinem Verband erkundigen. Das Antragsformular erhältst du dann per Post und musst es mit einer Vielzahl an Nachweisen zurücksenden. Achte darauf, dass deine zuständige Pflegekasse diese Unterlagen mindestens drei Monate vor Eröffnung vorliegen. Die folgenden Unterlagen solltest du dafür bereithalten:

Nachweis über die eigene Qualifikation (Berufsurkunde und 460-stündige Weiterbildung zur Pflegedienstleitung) und Berufserfahrung der verantwortlichen Pflegefachkraft
Berufsurkunden und Qualifikationsnachweise der weiteren Mitarbeiter
Pflegekonzept
Raumkonzept
Bestätigung der Mitgliedschaft bei der zuständigen Berufsgenossenschaft
Nachweis der ausreichenden Betriebshaftpflichtversicherung (Vermögens-, Sach- und Personenhaftversicherung) sowie
aktuelle Handzeichenliste

2. Räumliche Anforderungen einer Einrichtung

Wie die Räume einer Tagespflegeeinrichtung aussehen sollten, ist bundeseinheitlich gesetzlich geregelt. Die Räume sollten so gestaltet sein, dass sie den Bedürfnissen deiner Tagespflegegäste erfüllen. Das bedeutet, sie sollten Kontakt und Geselligkeit ermöglichen, aber auch Rückzugsmöglichkeiten bieten. Natürlich sollten alle Räume auch barrierefrei sein. Des weiteren sollte es auch Möglichkeiten geben, sich draußen an der frischen Luft zu bewegen oder sich zu setzten.
Bei der Erbringung der individuellen Pflegemaßnahmen sollte auch die Privatsphäre der Besucher gewahrt werden können. Die Räumlichkeiten eines ambulanten Pflegedienstes können nicht auch für die Tagespflege genutzt werden. Hier sollte man beide Bereiche strikt trennen.

3. Personelle Anforderungen für die Tagespflege

Die Leistungen deiner Tagespflege müssen unter der ständigen Verantwortung einer ausgebildeten Fachkraft ausgeführt werden. Diese Pflegekraft ist verantwortlich für die fachliche Planung der Pflegeprozesse, die fachgerechte Führung der Dokumentation, den Dienstplan und Dienstbesprechungen. Die fachlichen Vorraussetzungen für die Position der leitenden Pflegefachkraft erfüllen Personen mit den folgenden Berufbezeichnungen: Krankenschwester / -pfleger, Kinderkrankenschwester / -pfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger(in), Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger(in) oder Altenpfleger(in) mit staatlicher Anerkennung. Außerdem muss die Person in den letzten fünf Jahren mindestens zwei Jahre Berufserfahrung in Vollzeit besitzen und eine Weiterbildung für Leitungsfunktionen von mindestens 460 Stunden nachweisen können. Sollte die Pflegefachkraft nicht der Inhaber oder Eigentümer sein, sollte sie sozialversicherungspflichtig beschäftigt sein. Bei einem Ausfall muss auch eine Vertretung gewährleistet werden können.

4. Qualifikation deiner Mitarbeiter in der Tagespflege

Um die Pflege in deiner Tagespflege durchzuführen, kannst du verschiedene Kräfte mit unterschiedlichsten Qualifikationen einstellen. Solltest du einen Pflegedienst besitzen, kannst du auch Mitarbeiter von dort in der Tagespflege einsetzen. Dafür sollten aber die personellen Anforderungen erfüllt werden und die Stundenverteilung sollte eindeutig sein. Folgende Kräfte sind für die Arbeit in deiner Tagespflege geeignet:

  • Krankenschwestern / -pfleger
  • Kinderkrankenschwestern / -pfleger
  • Gesundheits- und Krankenpfleger(innen)
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger(innen)
  • Staatlich anerkannte Altenpfleger(innen)
  • Krankenpflegehelfer(innen)
  • staatlich anerkannte Altenpflegehelfer(innen)
  • staatlich anerkannte Familienpfleger(innen)
  • Hauswirtschafter(innen)
  • staatlich anerkannte Dorfhelfer(innen)