Hygiene in der häuslichen Pflege

Egal ob die Angehörigen selber oder eine Pflegekraft den Pflegebedürftigen in seinen eigenen vier Wänden pflegen: Je nach Erkrankung und Gesundheitszustand des Betroffenen ist es sehr wichtig, dass die Umgebung hygienisch, sauber und keimfrei ist.
Das Wort Hygiene leitet den Begriff der griechischen Göttin „Hygieia“, welche in der Mythologie für Gesundheit und Prävention von Krankheiten steht. Hygiene sollte immer und überall und besonders in der Pflege großgeschrieben werden. Durch Desinfektionsmittel kann die Übertragung von Krankheitskeimen vermieden werden. Hygienisch zu sein bietet Schutz und schützt auch andere.

Händewaschen ist besonders wichtig für gute Hygiene

Händewaschen rettet leben. Das sagen Mediziner und damit nennen sie die wichtigste Hygienemaßnahme: Das Händewaschen. Da Keime mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind, ist Vorsorge das Wichtigste. Allein mit Wasser und Seife lässt sich das nicht vermeiden. Es gilt ein dreißigsekündiges Einreiben der Hände mit Desinfektionsmittel um die meisten Keime abzutöten. Dabei sollte man nicht nur die Handinnenflächen, sondern auch Fingerspitzen, Nagelfalten, den Handrücken sowie die Zwischenräume der Finger gründlich reinigen. Vernachlässige danach auf keinen Fall das Abtrocknen. Zuhause sollten Handtücher regelmäßig ausgetauscht werden.

Speziell im pflegerischen Umfeld sind die Hände von Pflegenden gefährliche Keimüberträger. Studien haben ergeben, dass fast 90 Prozent der Infektionen in Krankenhäusern durch die Hände des Pflegepersonals übertragen wurde. Deshalb solltest du nicht nur deine Hände regelmäßig gründlich waschen, sondern auch desinfizieren. Auch für die Angehörigen gilt: Bei einer schweren Krankheit oder offenen Wunden müssen sie sich die Hände desinfizieren.

Bei der Versorgung häuslicher Patienten mit multiresistenten Keimen (MRSA oder ESBL) sollten die Pflegenden und Angehörigen unbedingt Handschuhe und einen Mundschutz tragen. Neben der Händedesinfektion sollte bei der Körperpflege auch eine Schutzschürze getragen werden, um den Körper und die Kleidung vor Feuchtigkeit und Keimen zu schützen.

Eine hygienische Umgebung

Wenn die pflegebedürftige Person eine ansteckende Infektionskrankheit hat oder selbst vor Viren und Keimen geschützt werden muss, weil sie z.B. ein schwaches Immunsystem hat, sollte auf eine hygienische Umgebung geachtet werden. Dabei gilt: Toilettenstühle, Toilettensitzerhöhungen und andere Hilfsmittel zur Intimhygiene sollten immer desinfiziert werden, um die Keime an keinen anderen Bewohner weiterzugeben.

Hygienemanagement

Das Hygienemanagement ist für Pflegekräfte im Umgang mit Bewohnern und Hilfsmitteln sowohl Notwendigkeit als auch Verpflichtung zugleich. Das Einhalten und Beachten der hygienischen Grundsätze ist ein Qualitätskriterium in der Pflege. Es wird sogar bei jährlichen Prüfungen „abgefragt“. Auch ambulante Pflegedienste müssen ein adäquates Hygienemanagement betreiben. Dafür muss es schriftliche Verfahrensanweisungen zur Desinfektion (Hygienepläne), Konzepte zur Reinigung und zu Ver- und Entsorgung von gefährdeten oder verunreinigten Gegenständen, Informationen für alle Mitarbeiter über das hygienische Arbeiten und einen Vorrat an Desinfektionsmitteln geben.

Weitere Maßnahmen für die Hygiene zu Hause

Bad, Küche, Schlaf- oder Wohnzimmer – in allen Räumen sollte mit einfachen und effektiven Maßnahmen die häusliche Hygiene verbessert werden. Als Pflegekraft betrifft Sie das natürlich nicht direkt, allerdings sollten Sie Angehörige darauf hinweisen, wenn Ihnen Mängel auffallen. Die Möglichkeiten sind vielfältig, viele unserer Tipps sind auch allgemein gültig und sollten in jedem Zuhause beachtet werden.

In der Küche sollten Spülschwämme, -lappen oder -bürsten einmal pro Woche gewechselt werden. Das Spülbecken sollte täglich gereinigt werden, Hand- und Geschirrtücher müssen bei 60°C gewaschen und einmal pro Woche ausgetauscht werden. Überprüfe den Kühlschrank einmal pro Woche auf verdorbene Lebensmittel und wische ihn alle zwei Monate aus. Bei der Zubereitung von Eier- und Fleischspeisen ist auf besondere Vorsicht geraten, die benutzten Küchengeräte müssen ordentlich gereinigt werden, die Lebensmittel gut durchgegart werden.

Im Badezimmer gilt es, die Toilettenbürste regelmäßig zu erneuern, Toilette, Dusche, Waschbecken und Wanne sollten mit separaten Waschlappen geputzt werden.

Im Schlafzimmer sollten die Betten alle zwei Wochen frisch bezogen werden, Matratzen und Inlets sollten bei Verschmutzung immer erneuert werden. Bettschutzeinlagen werden empfohlen.

Für das Waschen der Wäsche gilt es, die Waschmaschine regelmäßig bei hoher Temperatur laufen zu lassen – also mindestens bei 60°C. Reinige Siebe und Filter von Waschmaschine und Trockner regelmäßig und vermeide es, feuchte Wäsche lange in der Maschine liegen zu lassen. So vermehren sich schnell Keime. Stark verschmutzte Wäsche sollte immer separat und bei 60°C gewaschen werden.

In allen Räumen sollte einmal pro Woche der Boden gewischt und täglich mit offenem Fenster gelüftet werden. Genauso sollte regelmäßig Staub gewischt und gesaugt werden.