Mehr Effizienz durch Digitalisierung

Digitalisierung in der Pflege kann das Arbeitsleben enorm erleichtern und auch die Prozesse innerhalb des Unternehmens optimieren. Ganze 63 Prozent aller Unternehmen im deutschen Mittelstand (Quelle: GHK Management Consulting GmbH) dokumentieren ihre Prozesse nicht digital. Gerade die Dokumentation ist für Pflege unablässig – hier könnte eine Digitalisierung durchaus von Vorteil sein und auch den Aufwand für die Pflegekräfte deutlich reduzieren.

Digitalisierung ist wichtig um wettbewerbsfähig zu bleiben

Aus der gleichen oben genannten Studie ging hervor, dass 71 Prozent aller Unternehmen ein integriertes, bereichsübergreifendes IT-System nutzen. Daran könnte sich auch die Pflege durchaus ein Beispiel nehmen. Denn ein neues und digitalisiertes System ist wichtig, um an der heutigen digitalen Welt überhaupt teilnehmen zu können – und um wettbewerbsfähig zu bleiben (Quelle: Pflegemarkt).

Viele Menschen sehen einen Nutzen im Einsatz digitaler Hilfsmittel.

Einen Nutzen in der Digitalisierung für die Pflege sehen viele Menschen. Eine Online-Umfrage von der Pronoca BKK aus dem Jahr 2018 (Quelle: Statista) ergab: 50% der Befragten können sich einen Vorteil für die Pflege durch die Digitalisierung bei der Überwachung von Vitalfunktionen vorstellen. In Computerspielen zum Verbessern motorischer und kognitiver Fähigkeiten sehen 36% eine Chance und auch der Überwachung von Patient*innen per Telemedizin und der Unterstützung der Pflegeroboter sind rund ein Drittel der Befragten nicht abgeneigt. Lediglich 19 Prozent können sich gar keinen Nutzen durch die Digitalisierung vorstellen.

Die Digitalisierung könnte eine Lösung für den Pflegenotstand sein

Der Pflegenotstand betrifft ganz Deutschland. Durch traditionelle Methoden allein kann er nicht bekämpft werden. Denn schlechte Arbeitsbedingungen und Bezahlung lassen sich nicht von Heute auf Morgen verbessern. Und auch eine ausreichende Menge an Auszubildenden lässt sich nicht allzu schnell finden. Auch das Image der Pflege muss sich grundlegend ändern, damit der Pflegenotstand bekämpft werden kann. Die Digitalisierung kann hier Unterstützung schaffen, den Beruf stressfreier und attraktiver machen und dem Personal zeitintensive Aufgaben abnehmen oder erleichtern.

Große Fortschritte erst durch Corona-Krise

Viele Deutsche sehen uns in Sachen Digitalisierung im Gesundheitswesen klar als Nachzügler. Eine repäsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom ergab, dass 41 Prozent der Bundesbürger*innen Deutschland beim Thema Digitalisierung in der Pflege maximal im Mittelfeld positionieren würden. 28 Prozent sehen uns sogar als klare Nachzügler (Quelle: Bitkom). Erst die Corona-Krise zeigte, wie wichtig die Digitalisierung für das Gesundheitswesen sein kann und trieb Fortschritte besonders im Bereich der Telemedizin enorm voran. Nachdem vom Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium die telefonische Kontaktaufnahme mit der Arztpraxis empfohlen wurde, boomten Videosprechstunden und Online-Krankschreibungen. Neue Innovationen wurden angetrieben, wie etwa ein Online-Fragebögen mit einem Corona-Pre-Check oder die die CovApp der Berliner Charité. Diese Innovationen haben vielen Menschen das Potenzial der Digitalisierung im Gesundheitswesen bewusst gemacht.

Quellen:

https://www.pflegemarkt.com/2020/06/22/digitalisierung-digitalisierte-prozesse-in-der-pflege/

https://www.cliniserve.de/blog/digitalisierung-in-der-pflege/

https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Digitale-Pflege-Deutsche-sehen-noch-einen-weiten-Weg


Diese Vorteile kann die Digitalisierung der Pflege bringen:

  • Entlastung bei der alltäglichen Pflege und dadurch mehr Zeit für individuelle Pflege und Zuwendung
  • Der Einsatz mobiler Endgeräte bedeutet eine flexibleres und mobileres Arbeiten
  • Auf Informationen rund um die Pflege kann schneller zugegriffen werden
  • Beziehungen der Patient*innen zu Freunden und Angehörigen können besser gepflegt werden
  • Der Pflegeberuf wird insgesamt attraktiver, denn Mitarbeiter*innen können auch ihre IT-Kenntnisse mit in den Beruf einbringen

Dies sollte bei der Digitalisierung eines Unternehmens beachtet werden

  • Damit Prozesse auch effektiv digitalisiert werden können, müssen diese auch vorher schon funktionieren. Nur funktionierende Prozesse lassen sich vereinfachen.
  • Nicht alle Bereiche in der Pflege sollten digitalisiert werden. So sollte z.B. der Kontakt zum Menschen erhalten bleiben.
  • Weiterbildung für alle Mitarbeiter*innen sind wichtig, damit diese die neuen Maßnahmen und Hilfsmittel auch akzeptieren
    Digitalisierung kann in kleinen Schritten geschehen und muss nicht von heut auf morgen umgesetzt werden. Neuerungen können erst auf einzelnen Stationen getestet und dann ausgeweitet werden.
  • Ein digitaler Wandel im Gesundheitswesen birgt auch Risiken. Datenmissbrauch oder Cyber Attacken können drohen. Kliniken, Krankenhäuser und Pflegedienste sollten deshalb früh in ihre digitale Sicherheit investieren