Mit allen Mitteln: Der Kampf um Fachkräfte in der Intensivpflege

Auf dem 26. Jahreskongress der DIGAB trafen sich Experten, Unternehmer und Fachkräfte, um sich über die neusten Trends und Entwicklungen im Bereich der außerklinischen Beatmung auszutauschen. Wir haben mit einigen von ihnen gesprochen und vor allem ein Thema beschäftigte nicht nur Pflegedienste, sondern ist auch bei den Herstellern spürbar: der Pflegenotstand.

Fragte man die Teilnehmer des DIGAB-Kongresses Anfang Juni 2018 nach der Entwicklung der Pflege in den kommenden Jahren, bildeten sich tiefe Sorgenfalten in ihren Gesichtern ab. In einem Punkt waren sich die Besucher alle einig: das fehlende Personal wird noch lange spürbar sein. Selbst Hersteller, die nur indirekt vom Pflegenotstand betroffen sind, bemerken die Anspannung innerhalb der Branche. Andreas Bosch, zuständig für den Bereich außerklinische Beatmung bei dem Hersteller Löwenstein Medical, erklärt, inwieweit sie den Fachkräftemangel spüren: „Es gibt immer mehr Pflegekräfte, die nicht richtig Deutsch sprechen können. Das vermindert die Qualität der Pflege und hat für uns als Provider zur Folge, dass die Themen technische Einweisung und Notdienste auf unserer Seite zunehmen – das ist eine finanzielle und personelle Belastung.“ Einige Pflegedienste sehen hingegen genau in diesem Konzept der Rekrutierung aus dem Ausland eine Chance. „Wir haben damit begonnen, zusammen mit anerkannten Bildungsträgern Pflegefachkräfte aus den Drittländern zu suchen, um den Fachkräftemangel entgegenzutreten“, berichtet Stefan Hille, Geschäftsbereichsleiter von den Pflegediensten VIVICARE und KOMPASS.

Besonders die Patienten sind vom Fachkräftemangel betroffen

Aber auch andere Hersteller bemerken an ihren Kunden aus der Pflegebranche den Pflegenotstand. „Wir als Provider sind nur wenig von der Situation betroffen, allerdings bekommen wir es bei unserer täglichen Arbeit schon verstärkt mit, dass vor allem Kunden aus der häuslichen Pflege über den Personalmangel klagen“, so Elke Labende, Klinikreferentin von Primed Halberstand Medizintechnik. Stephanie Leisner, Gebietsleitung West von REHAVISTA bemerkt ebenfalls, dass es den Patienten aufgrund des wenigen Pflegepersonals häufig an Ansprechpartnern fehlt, um beispielsweise über Kommunikationshilfen zu reden, wie es ihr Unternehmen anbietet. Wie schwierig der Fachkräfte Mangel vor allem im Bereich der sauerstoff- und beatmungspflichtigen Patienten ist, weiß die Deutsche Sauerstoff- und Beatmungsliga. Immer häufiger würden Senioren- und Pflegeheime auf sie zukommen, weil sie nicht wüssten, wie diese spezielle Versorgung genau funktioniert, berichtet Gruppenleiterin Heidi Gottwald.

Fachkräfte fehlen aufgrund des demographischen Wandels

Als Grund für den Pflegenotstand sehen die Besucher des Kongresses vor allem den demografischen Wandel. Stefan Anritzen, Gebietsleiter von INSPIRATION Medical, warnt, dass es in den kommenden Jahren immer mehr Pflegefälle geben wird. „Durch die neue Verordnung ist es allerdings schwierig qualifiziertes Personal zu finden. Auch Hilfskräfte können teilweise nicht mehr eingesetzt werden, was vor allem kleinere Unternehmen belastet“, sagt er. Die Geschäftsführerin von Intensive Care Home Hemer, Silke Neumann-Rosenkranz betrachtet das hohe Durchschnittsalter in der Bundesrepublik ebenfalls mit Sorge. Vor allem die Einzelversorgungen von Patienten sieht sie als auslaufendes Modell: „Diese Art der Pflege benötigt einen sehr hohen Personalschlüssel.“

Die 1:1-Versorgung als Zukunftstrend

Ein Trend, den auch andere Unternehmer aus der Branche vorhersehen. „Es wird vermutlich mehr in Richtung Wohngemeinschaften und stationäre Pflege gehen. Einfach, weil nicht genug Fachkräfte für die 1:1-Pflege da sind“, glaubt Martina Kraft, Pflegedirektorin bei ascelonCare. Christian Rauschecker vom Intensivpflegedienst bipG sieht ebenfalls den Trend in Richtung WGs gehen. „Vorteile dieser Wohngemeinschaften ist, dass Angehörige dadurch sehr entlastet werden, sie aber jederzeit zu Besuch kommen können“, erklärt er. Allerdings würde der Pflegedienst sich auch weiterhin auf die 1:1-Pflege konzentrieren, da dies vor allem für den Patienten in vielen Fällen die angenehmste Form der Pflege sei: „Viele möchten nicht von der Familie getrennt werden, durch die häusliche Pflege können wir diesem Wunsch nachgehen.“ Auch Mitarbeiter würden diese Art des Arbeitens genießen, da sie häufig aus Kliniken kommen würden, in denen sich eine Pflegekraft um viele Patienten gleichzeitig kümmern muss. In beiden Fällen sei die Pflege im Vergleich zur stationären Behandlung eine günstige Alternative. Christian Gaus von der GesundHeits GmbH Deutschland (GHD) geht sogar noch einen Schritt weiter: „Ich glaube, dass wir uns in Richtung Kompetenzzentren bewegen wie in Österreich. Dort wohnen die Patienten ebenfalls zusammen, allerdings in größeren Ausmaßen, wodurch eine geballte intensive Versorgung stattfinden kann.“

Brainstorming für den Kampf gegen zu wenige Fachkräfte

Die meisten Besucher des DIGAB-Kongresses vermuten, dass die Versorgung in der Intensivpflege in Zukunft auf Wohngemeinschaften oder eine stationäre Versorgung hinauslaufen wird. „Wir müssen in jedem Fall ein Modell schaffen, dass Fachkräfte entlastet und ihnen entgegenkommt und auch zusätzlich die Möglichkeit bietet an Weiterbildungen teilzunehmen“, findet Orhan Cakir, Marketing und Media Manager beim Pflegezentrum Cakir. Die Digitalisierung wäre seiner Meinung nach ein guter Schritt, um solch ein Modell zu schaffen. „Unternehmen sind jetzt kaum noch in der Lage ihre Mitarbeiter zu Weiterbildungen zu schicken, denn dann würden Kosten anfallen und die Versorgung der Patienten könnte nicht mehr gedeckt werden. Eine Digitalisierung wäre da die Lösung“, sagt er. Andere Pflegedienste wie die GHD bietet dafür beispielsweise Fortbildungen auf ihrem eigenen Campus an.

Anreize schaffen um Pflegekräfte zu schaffen

Um dem Pflegekräftemangel weiter entgegenzutreten, bieten vor allem die Pflegedienste immer mehr Vorteile für ihre Mitarbeiter an. So erhalten Neuankömmlinge bei ascelonCare zu Beginn ihres Arbeitsverhältnisses direkt ein Willkommensgeschenk und auch für das Erwerben von neuen Mitarbeitern gibt es einen Bonus. Andere Pflegedienste wie die bipG setzt vor allem auf Angebote, die ihre Mitarbeiter für private Zwecke nuten können. Dazu gehören Karten für Kinos und Freizeitparks oder auch Sportangebote. Diese können auch mobil abgerufen werden. Zusätzlich bietet die bipG eine Basisfortbildung im Bereich Intensivpflege für jeden neuen Mitarbeiter sowie weitere Fortbildungen an. Sowohl unbefristete Arbeitsverträge als auch flexible Arbeitszeiten gehören zu den Vorteilen des Unternehmens. Das Pflegecentrum Cakir hingegen möchte neue Pflegekräfte mit zwischenmenschlichen Kompetenzen für sich gewinnen, in dem sie beispielsweise die humanitäre Komponente zwischen Patienten und Fachkraft hervorheben in Form von gemeinsamen Ausflügen und einem hohen pflegerischen Qualitätsstandard.

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Als Digitalagentur spezialisiert auf den Pflegemarkt wissen wir, welche Möglichkeiten sich bieten, um dem Pflegenotstand erfolgreich entgegenzutreten. Unternehmenswachstum erfordert neues Personal. Dementsprechend können wir Ihre Strukturen effektiv erweitern und bauen die richtigen Kanäle für Ihre moderne Recruiting-Strategie aus. Dabei arbeiten wir mit Festpreisen und verzichten vollständig auf ein Provisionssystem für gefundene Fachkräfte – denn Ihr langfristiger Erfolg steht für uns im Mittelpunkt.

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