Mobilisation: Mehr Mut zur Bewegung

Mobilisation in der Pflege ist ein bekanntes Konzept für den Erhalt der Mobilität einer immobilen Person. In der Gesellschaft ist Mobilität mehr als selbstverständlich. Man denkt gar nicht erst darüber nach wie es ohne ist – bis man selbst betroffen ist. Mit dem Alter oder einer Erkrankung geht nicht selten eine Einschränkung der eigenen Beweglichkeit einher. Pflegerinnen und Pfleger können ihre Patientinnen und Patienten tatkräftig dabei unterstützen, diese Beweglichkeit wieder zu verbessern. Dabei lohnt es sich, kreativ und unkonventionell vorzugehen.

Was ist unter Mobilisation zu verstehen?

In der Krankenpflege und Physiotherapie ist Mobilisation die Bezeichnung für jegliche Art von Maßnahmen die zur Erhaltung und Förderung der Beweglichkeit dienen. Menschen, die unter fehlender Mobilität leiden, sind kaum beziehungsweise gar nicht in der Lage sich selbstständig zu bewegen.
Um dies zu ändern werden Maßnahmen ergriffen, um die Heilung und eine Verbesserung des gesundheitlichen Zustandes zu fördern. Mobilität spielt in unserer Gesellschaft eine selbstverständliche Rolle – zumindest für gesunde Menschen. Ob es darum geht in die Küche zu gehen, sich Essen zu machen, oder sich in sein Bett legen zu können. Es ist unvorstellbar nicht fähig zu sein, solche alltäglichen Dinge zu tun. Doch leider ist es für den ein oder anderen alles andere als selbstverständlich. Es gibt viele Gründe, die zu einer so genannten Immobilität führen können. Ob man sich noch teilweise bewegen kann oder gar nicht – für den Betroffenen ist sowas zurecht belastend. Zumal der Mensch von Natur aus frei und unabhängig sein möchte.

Wie kann Mobilisation helfen?

Wenn Patientinnen und Patienten nicht gefördert werden, kann dies diverse Sekundärerkrankungen mit sich bringen. Die Knochen werden bei zu viel Bettlägerigkeit poröser und instabiler. Neben den physischen Schäden bringt fehlende Mobilität auch eine psychische Belastung mit sich. Zeige deinen Patienten, dass sie die Macht über ihren Körper haben. Mit den richtigen Maßnahmen kannst du das Wohlbefinden deiner Patienten steigern. Mit diversen Übungen kann man versuchen, die Mobilität aufrecht zu erhalten. Ein einfaches Aufsetzten der Patienten, Gehübungen, einen Transfer vom Bett zu einem Stuhl oder in einen Rollstuhl oder selbstständige Körperpflege können schon viel bewirken. Beteilige deine Patienten in der Pflege. Es wird ihnen zugute kommen. Patienten, die der Mobilisation besonders bedürfen, sind bettlägerige oder depressive Patienten, aber auch Patienten in einer postoperativen Phase, mit Bewusstseinseinschränkung oder generell ältere Menschen.

Das Bobath-Konzept

Dieses Konzept zur Förderung der Mobilität ist speziell für neurologische Erkrankungen, beispielsweise einer Halbseitslähmung, entwickelt. Besonders bekannt ist es in der Arbeit mit Schlaganfallkranken und zur Verhinderung von Spastizität. Es kann in der Rehabilitation angewandt werden. Diese Weise ist zwar nicht durch wissenschaftliche Studien geprüft worden, jedoch bewirkt es fraglichen Erfolg. Das Konzept besteht darin, dem Patienten seine betroffene Körperseite so weit es geht in den Alltag einzubauen. Trotz Lähmung soll weiterhin vieles möglich sein.

Unkonventionelle Methoden

Bei der Mobilitätsförderung kann es mitunter nützlich sein, kreativ zu sein. Ein Beispiel dafür ist ein Bodenpflegesystem wie das Amberger Bodenbett, das mittlerweile in immer mehr Kliniken eingesetzt wird. Dieser Methode nach haben Menschen ein Recht darauf zu fallen oder zu stürzen. Wenn es zu einem solchen Vorfall in der Praxis kommt, eilen meist sofort Pflegekräfte herbei und heben die Person schnell wieder ins Bett. Dabei könnte man auch zuerst versuchen, die Situation zu deuten und versuchen zu erkennen, wie es zu diesem Sturz kommen konnte. Außerdem sollte davon ausgegangen werden, dass der Patient durchaus alleine wieder aufstehen kann. Wenn auch mit etwas Unterstützung. Methoden wie das Bodenpflegesystem zeigen, dass Mut und Kompetenzen benötigt werden, um auch über andere Wege der Mobilisation nachzudenken.

Was kann man als gesunde Person tun?

Als gesunde Person, der es nicht schwerfällt sich zu bewegen, sollte man so viel Beistand wie möglich leisten. Zumal es für die betroffene Person so schon genug physische und psychische Belastung ist. Daher ist es nicht von Vorteil unsensibel zu sein. Empathie spielt hierbei eine große Rolle. Die erkrankte Person soll sich nicht kleinlich neben mobilen Menschen fühlen. Zumal jeder Mensch, ob krank oder gesund, den gleichen hohen Wert hat. Denn die Würde des Menschen ist wie bekannt unantastbar.