Symbolbild Führungskraft

 

Neue Anforderungen für Führungskräfte durch die Digitalisierung der Pflege

Die Digitalisierung unserer Gesellschaft macht auch vor der Pflegebranche nicht halt. Viele Prozesse werden in der Zukunft durch digitale Technologien und Innovationen unterstützt und optimiert. Das wird sich hoffentlich positiv auf den in Deutschland anhaltenden Pflegenotstand auswirken und für mehr Mitarbeiter*innen sorgen. Was die Digitalisierung für die Führungskräfte in der Pflege bedeutet und was Führungskräfte dabei beachten müssen ist entscheidend für die Mitarbeiterbindung und der damit verbundenen Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems.

Kommunikation als Schlüssel

Die Arbeit innerhalb eines Teams erfordert von allen Beteiligten eine gute Kommunikation. Die direkte Face-to-Face Methode scheint aufgrund der neuen Technologien jedoch immer weniger beliebt zu sein. Häufig werden heutzutage Messenger-Dienste für die interne Kommunikation eingesetzt. Den Führungskräften muss es hier gelingen, eine digitale Form von Kommunikation zwischen den Mitarbeiter*innen zu fördern, die einem Fortschritt entspricht. Konkret bedeutet das die menschlichen Bedürfnisse wie das Erkennen von Emotionen in der Kommunikation auf die digitale Form zu übertragen. Die Auswahl eines Mediums, das von den Mitarbeiter*innen geschätzt und mit Freude genutzt wird, ist daher sehr wichtig. Erst dann sind die Vorteile einer sicheren, schnellen und qualitativ hochwertigen Kommunikation über größere Distanzen erkennbar.

Menschenführung wird immer wichtiger

In der heutigen Zeit wird die Pflegebranche von einem Fachkräftemangel beeinträchtigt, welcher Pflegekräfte zu mehr Arbeit zwingt. Doch trotz dessen dürfen Führungskräfte nicht die Menschlichkeit vergessen. Mitarbeiter*innen sind keine Maschinen, die stumpf Aufgaben übernehmen denen sie zugeteilt werden. Hinter jeder Arbeitskraft steckt ein Mensch mit Gefühlen. Besonders in der Pflege, in welcher der Mensch im Mittelpunkt steht, ist es wichtig auf Gefühle und besondere Situationen bei den Pflegekräften einzugehen, um Ihnen das Gefühl zu geben, sie könnten Probleme offen ansprechen. Denn für den Entwicklungsprozess sind zufriedene Mitarbeiter*innen von enormer Bedeutung. Eine gute Menschenführung ist bei Führungskräften heute neben dem Management und den Koordinationstätigkeiten noch gefragter als zuvor. Dabei spielt auch das Alter eine große Rolle. Die Moderation zwischen Generationen ist besonders bei der Digitalisierung enorm wichtig. Während jüngere Generationen spielend mit digitalen Technologien aufgewachsen sind, müssen ältere Mitarbeiter den Umgang damit erst im Laufe ihres Lebens erlernen. Die Führungskraft muss also auch sensibel für solche Unterschiede bei den Pflegekräften sein.

Welche Veränderungen gibt es zwischen Führungskräften und Pflegekräften?

Durch das Agile Arbeiten, das durch die Digitalisierung gefördert wird, verschwimmen zunehmend die Grenzen von Abteilungen. Die Aufgabenbereiche der Mitarbeiter*innen gehen fließend ineinander über. Das kann zu Unsicherheiten bei den Pflegekräften führen, bei denen keiner weiß wer für eine Aufgabe verantwortlich ist. Pflegekräfte könnten sich der Verantwortung entziehen oder man könnte sich gegenseitig die Verantwortung übertragen. Das hätte im Endeffekt keine guten Auswirkungen auf die Patient*innen und das Verhältnis der Mitarbeiter untereinander. Daher ist es in Zeiten der Digitalisierung umso entscheidender eine Unternehmenskultur zu schaffen. Die Werte und die Vision der Einrichtung müssen den Pflegekräften so vermittelt werden, dass diese Sie verinnerlichen und den Sinn hinter der Arbeit erkennen. Die Führungskraft muss allerdings auch offen dafür sein wenn Pflegekräfte mehr Eigenverantwortung und Initiative zeigen. Dann können auch gemeinsam Ziele erreicht werden. Die klassischen Hierarchien und Strukturen, wie man sie von früher kennt veralten zunehmend. Immer mehr geht der Trend hin zu einem Austausch auf Augenhöhe zwischen Führungskräften und Mitarbeiter*innen. Dadurch wird auch die interne Kommunikation beeinflusst. Im Gegensatz zu veralteten Kommunikationshierarchien wird ein Netzwerk geschaffen, in dem Wissen und Kompetenz geteilt werden. Jeder muss sich einbringen, das muss von den Führungskräften gefördert werden.

Beschleunigte Prozesse in der heutigen Zeit

Parallel zur Beschleunigung vieler Prozesse muss jede Führungskraft den Willen haben, sich kontinuierlich weiterentwickeln zu wollen. Das gilt sowohl für das fachliche als auch für das menschliche. Während es fachlich, besonders in der Medizin immer wieder neue Erkenntnisse und Technologien gibt muss eine ständiges Lernen an der Tagesordnung stehen. Ebenso wie für die Mitarbeiter gilt für die Führungskräfte, dass der Stillstand in der Entwicklung als Rückschritt zu bewerten ist. Dafür sollten regelmäßig Fort- und Weiterbildungen besucht werden.

Quellen:

Springer:https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-662-58225-1_9
MplusCo: www.cliniserve.de
Morethandigital:https://morethandigital.info/5-grosse-herausforderungen-an-fuehrung-in-der-digitalen-welt/