Neuer Tarifvertrag: Mehr Geld für die Altenpflege!

Symbolbild Händeschütteln

 

Neuer Tarifvertrag: Mehr Geld für die Altenpflege!

Bereits im September hat die Arbeitnehmergewerkschaft ver.di gemeinsam mit den Arbeitgebern der Pflegebranche (BVAP) die Grundlagen für einen neuen Tarifvertrag für Fachkräfte in der Altenpflege ausgearbeitet. Am 21. Juli 2021 soll der Vertrag in Kraft treten. In den schweren Zeiten für alle Pfleger*innen während der Coronapandemie gibt es nun also auch mal wieder etwas positives zu berichten. Die Erhöhung der Gehälter soll den Beruf in der Altenpflege wieder attraktiver machen und somit dem Fachkräftemangel entgegentreten.

Drei Schritte zur Verbesserung des Gehalts

Neben dem Anrecht auf mindestens 28 Urlaubstagen pro Jahr, sowie einem Urlaubsgehalt von 500 Euro sieht der neue Tarifvertrag eine Anhebung des Mindestgehalts vor.
In drei Schritten soll der Lohn für Altenpfleger*innen angehoben werden. Das Ziel ist ab Januar 2023 ein Mindesverdienst von 18,50 Euro für examinierte Altenpflegefachkräfte. Der Brutto-Monatsverdienst würde bei einer 39-Stunden-Woche damit auf 3.137 Euro steigen. Auch Pflegehilfskräfte sollen eine bessere Bezahlung erhalten. Mit ein bis zweijähriger Ausbildung soll das Mindestgehalt bei 15 Euro liegen. Pflegehilfskräfte ohne jegliche Ausbildung sollen wenigstens 14,15 Euro. Als Zwischenstufe soll ab dem 1.Juli 2021 soll der einheitliche Mindestlohn auf 15 Euro steigen.

Osten und Westen im Gleichschritt

Der neue Tarifvertrag sorgt auch für eine fairere Gehaltsstruktur im Vergleich vom Osten und Westen. Erstmals soll das gleiche Mindestgehalt in allen Teilen der Bundesrepublik gezahlt werden. Bisher gab es große Unterschiede zwischen Ost und West. 2018 beispielsweise lag das monatliche Bruttogehalt in Sachsen bei rund 1800 Euro. Zum Vergleich – in Baden Württemberg waren es zum selben Zeitpunkt knapp 3.170 Euro. In Zukunft soll durch den neuen Tarifvertrag eben eine solche Ungerechtigkeit der Vergangenheit angehören.

Politik muss handeln

Während die arbeitsrechtlichen Kommissionen von der Diakonie und Caritas mit dem neuen Tarifvertrag befassen, muss auch die deutsche Politik sich damit auseinandersetzen. Insbesondere Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Im November sprach sich Heil für einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag aus. Private Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste sind natürlich größtenteils gegen eine flächendeckende Regelung. Ihr Argument – Der Verband mit dem Verdi verhandelt habe, sei zu klein, um für die ganze Pflege sprechen zu können. Um jedoch die Pflegekräfte und allgemein die Pflegebranche zu unterstützen muss die Bundesregierung hier Farbe bekennen und sich profilieren.

Quellen:

Ärztezeitung: https://www.aerztezeitung.de/Politik/Tarifvertrag-fuer-Altenpfleger-auf-der-Zielgeraden-416022.html
Ärztezeitung: https://www.aerztezeitung.de/Politik/Verdi-meldet-Einigung-auf-Tarifvertrag-Altenpflege-413018.html
Medi-Karriere: https://www.medi-karriere.de/magazin/tarifvertrag-altenpflege-2021/
Aachener Nachrichten: https://www.aachener-nachrichten.de/ratgeber/bildung-beruf/tarifvertrag-fuer-die-altenpflege-soll-mehr-lohn-bringen_aid-55543731