Frau hält die Hand eines alten Mannes im Bett

Die Palliativpflege – Ein besonderes Versorgungskonzept

Der Wunsch der meisten älteren Menschen ist es, im eigenen Zuhause zu sterben. Doch blickt man der Realität entgegen lässt sich feststellen, dass nach Schätzungen circa die Hälfte aller Menschen in einem Krankenhaus und jeder Fünfte, also 20%, in einem Pflegeheim versterben. Die Palliativpflege ist ein besonderes Versorgungskonzept, dass in dieser Zeit anknüpft und die Betroffenen während des Sterbeprozesses begleitet.

Was ist die Palliativpflege?

Die Palliativpflege beginnt in dem Moment, in dem der Krankheitsverlauf und die Krankheitssymptome eines Menschen nicht mehr therapierbar sind. Ab diesem Zeitpunkt verfolgt sie das Ziel den Patient*innen trotz ihrer Krankheiten die Teilhabe am täglichen Leben zu ermöglichen. Dazu versucht die Palliativpflege die Symptome der Betroffenen soweit es geht zu reduzieren und Schmerzen entgegenzuwirken. Beispielsweise gilt es Wunden zu behandeln, bei Atemnot zu helfen oder in stressigen Momenten beruhigend einzuwirken. Die Palliativpflege umfasst dementsprechend unglaublich viele Aufgabenbereiche. Um dennoch die bestmögliche Pflege bieten zu können und der Situation der Patient*innen gerecht zu werden, ist ein dementsprechend breit aufgestelltes Team notwendig. Unter anderem zählen dazu Ärzt*innen und Pflegefachkräfte, Psycholog*innen, Seelsorger*innen oder Sozialarbeiter*innen sowie verschiedene Pflegedienste und ehrenamtliche Hospizmitarbeiter*innen. Die gesamte Behandlung ist dabei individuell auf die Patient*innen zugeschnitten. Ebenso wie diese ist die Palliativpflege auch für die Angehörigen da und hilft ihnen dabei bis zum Tod der Patient*innen seelische und soziale Probleme zu verarbeiten.

Wo findet die Palliativpflege statt?

Es gibt zwei Arten, auf die Patient*innen Palliativpflege erhalten können. Zum einen können Pflegeheime diese anbieten. In welchem Umfang das möglich ist, richtet sich jedoch nach den jeweiligen Einrichtungen und hängt dabei von Faktoren ab, wie zum Beispiel dem Umgang der Mitarbeiter*innen bezüglich des Sterbeprozesses oder der allgemeinen Haltung der Heimleitung dem Thema gegenüber. Allerdings fangen immer mehr Pflegeeinrichtungen an Konzepte zur Sterbebegleitung zu entwickeln. Zum anderen besteht die Möglichkeit auf eine ambulante Palliativpflege. Diese kommt auch dem Wunsch der meisten entgegen, im eigenen Zuhause sterben zu wollen und soll den Patient*innen ermöglichen die verbleibende Zeit in der vertrauten Umgebung zu verbringen. Die ambulante Palliativpflege teilt sich in vier unterschiedliche Formen der Versorgung auf. 
1. Patient*innen, die an einer fortschreitenden bzw. schon weit fortgeschrittenen sowie unheilbaren Erkrankung leiden und eine besonders umfassende Versorgung benötigen, besitzen seit 2007 den Anspruch auf die sogenannte „spezialisierte ambulante Palliativversorgung“, auch SAPV. Neben der Verordnung durch den/die Haus- oder Krankenhausärzt*in benötigen die Patient*innen zusätzlich eine Genehmigung der jeweiligen Krankenkasse.

Die Palliativpflege ist mit ihrem schmerzlindernden Ansatz während des Sterbeprozesses und der Zusammenarbeit eines interdisziplinären Teams somit ein besonderes Versorgungskonzept und soll den Patient*innen trotz ihrer Erkrankungen die größtmögliche Lebensqualität ermöglichen.

 

Quellen:

DHPV: https://www.dhpv.de/themen_hospiz-palliativ_palliative-pflege.html

pflege.de: https://www.pflege.de/altenpflege/palliativpflege/