Pflegekräfte: Denkt an die Grippeimpfung!

Mit dem Herbst beginnt auch wieder die Erkältungszeit. Als Pflegekraft sollte man da rechtzeitig an die Grippeimpfung denken. Doch nehmen es Pflegedienste und Kliniken bei ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wirklich so ernst wie sie es sollten?

Eine Grippeschutzimpfung ist in den medizinischen Berufen durchaus naheliegend: In der Medizin und auch in der Pflege kommen Arbeitnehmer viel mit kranken und stark gefährdeten Menschen in Kontakt. Das Risiko einer Ansteckung als Pflegekraft ist somit sehr hoch. Zwar sollten Patienten in Pflegeeinrichtungen auch immer gegen die jährlich auftretende Influenza geimpft werden, aber das ist nicht immer möglich, etwa wenn bereits eine schwere Infektion vorliegt oder der Patient an Fieber leidet.

Nur ein Drittel der Pflegekräfte hat die Grippeimpfung

Zum eigenen Schutz, aber auch zum Schutz der Patienten, sollten sich also Ärzte und Pflegekräfte impfen lassen. Dennoch lassen sich einer Umfrage des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge lediglich 40,1 Prozent aller Mitarbeiter gegen die Grippe impfen. Die höchste Impfquote lag bei Ärzten (61,4 Prozent). Am niedrigsten war sie mit 32,5 Prozent beim Pflegepersonal. Als Gründe dafür, warum man sich nicht habe Impfen lassen, nannten die Befragten die Angst vor einer Infektion aufgrund der Impfung oder vor anderen Nebenwirkungen. Dabei kann eine Impfung selbst gar keine Infektion auslösen.

Einrichtungen können sich strafbar machen

Das neue Präventionsgesetz aus dem Jahr 2015 erlaubt es, dass Klinik- und Heimleitungen den Impfstatus ihrer Mitarbeiter erfragen dürfen. Es ermöglicht ihnen ebenfalls, nicht geimpfte Mitarbeiter an einen anderen Arbeitsplatz zu schicken, an dem Mitarbeiter und Patienten nicht so gefährdet sind. Sollte die Ansteckung eines Patienten durch einen Mitarbeiter nachgewiesen werden, könnte sich die Einrichtung theoretisch sogar strafbar machen.

Was spricht für die Grippeimpfung?

1. Eine Impfung löst keine Grippe aus. Bei der Influenzaimpfung handelt es sich um einen Totimpfstoff, der keine Grippeerkrankung auslösen kann und die Krankheit auch nicht an Dritte weitergeben kann.

2. Grippe kann tödlich sein. Es gibt einen erheblichen Unterschied zwischen einer echten Grippe und einem relativ harmlosen grippalen Infekt. Die Influenza wird nur durch einen einzigen Virus verursacht, der starke Auswirkungen haben kann. Zwischen Oktober 2017 und Juli 2018 wurden insgesamt 334.592 bestätigte Grippeinfektionen gemeldet. Fast 60.000 Grippe-Patienten mussten ins Krankenhaus, 1.711 starben. Fast 90 Prozent der Patienten waren über 60 Jahre alt.

3. Verantwortung zeigen. Als Pflegekraft ist man gegenüber den Bewohnern und Patienten verantwortlich, für einen guten Schutz vor Krankheiten zu sorgen – erst recht, wenn diese so gefährlich enden könnten wie die Grippe. Die Impfung des ganzen Personals kann Ausbrüche und nosokomiale Infektionen in den Alten- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern wirkungsvoll verhindern oder zumindest deutlich eindämmen.

4. Als Team ist es kostenfrei. Damit die Impfung nicht aufgrund der eigenen Vergesslichkeit vernachlässigt wird, sind kollektive Impfungen im Betrieb ein guter Lösungsansatz. Die Ständige Impfkommission am RKI (Stiko) empfiehlt die Grippeimpfung für medizinisches und pflegerisches Personal und genau deshalb entstehen für das Personal keine Kosten. Die Krankenkasse bezahlt die Impfung.

5. Vierfachimpfstoff für alle verfügbar. Seit 2018 gibt es den Vierfachimpfstoff endlich auch für Kassenpatienten – dieser war bisher nur für Privatversicherte verfügbar. Der Vorteil dieses Impfstoffes ist, dass dieser zusätzlich über Antigene verfügt. Die im bislang verwendeten Dreifachimpfstoff nicht enthaltenen waren. Influenza B-Viruslinie bieten in Saisons, in denen Influenzaviren dieser B-Linie zirkulieren besseren Schutz vor einer Grippeerkrankung.