Pflegenotstand: Nur so ist die junge Generation unsere Rettung

Die Generationen Y und Z wollen einen sinnvollen Job, aber auch Unabhängigkeit und Spaß. Bisher erfüllt der Beruf des Pflegers diese Bedingungen scheinbar nicht. Den potentiellen Pflegern muss mehr Geld, Zeit und Sinn geboten werden, um gegen den Pflegenotstand anzukommen. Oder reicht auch ein Imagewechsel des Berufes?

Der Pflegenotstand betrifft alle. Ganz egal ob Patienten oder Pfleger. Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt stetig an, während die Zahl der Pflegekräfte nur gering steigt oder sogar stagniert. Dieses Ungleichgewicht ist sowohl für Pfleger, als auch Patienten eine Belastung. Die junge Generation soll jetzt dazu animiert werden, den bisher so unbeliebten Beruf der Pflegekraft zu ergreifen und so dem Notstand entgegenzuwirken.

Schlechtes Image bei der jungen Generation

Dass der Beruf als Pflegefachkraft im allgemeinen nicht zu den Leichten gehört, ist klar. Doch was den Beruf um einiges belastet ist, dass es ihm derart an Personal mangelt, sodass eine Pflegekraft alleine sich im Schnitt um 13 Patienten während der Tagschicht kümmern muss. Nachts steigt die Zahl auf 19 Patienten. Und dabei handelt es sich eben nur um den Durchschnitt, der auch Wohngemeinschaften oder 1:1 Verfolgungen berücksichtigt. In der Praxis müssen viele Pflegekräfte mit noch mehr Verantwortung und Stress durch die vielen Patienten rechnen. Aus dem Grund entscheiden sich viele Pflegekräfte dazu, ihren Job zu kündigen und umzuschulen. Es ist schwer, unter diesen Bedingungen dem Pflegenotstand zu entkommen.

Ein Beruf, der bewundernswert ist

Der Beruf als Pfleger ist dennoch bewundernswert, da man den Patienten vieles schenken kann. Werte wie Liebe, Verständnis, Hilfe, Beistand und noch vieles mehr werden dem Patienten entgegengebracht. Es ist ein Beruf der körperlich anstrengend ist, jedoch wird vielen Menschen durch deren Arbeit Glück bereitet. Pfleger berühren Menschen und zeigen Pflegebedürftigen die bunten Seiten des Lebens. Dies ist besonders wichtig, da viele Patienten durch ihre Krankheit nur die Schattenseiten des Lebens sehen. Wer in diesem Job tätig ist, leistet nicht nur gute Arbeit, sondern noch so viel mehr. Pflegekräfte überschreiten sozusagen die Ebene einer guten Arbeit und kommen an die emotionale Ebene heran. Menschen in der Pflege kommen in Kontakt mit Leben und Tod, Aggression wie auch Depression, Glück und Hass und Freude und Trauer.
Selbst wenn der Beruf sich als hart erweist, ändert es nichts daran, wie bewegend er ist. Aus diesen Gründen sollten mehr Menschen diese Seite der Pflege sehen und darüber nachdenken. Denn gerade die Pflege ist tiefgründiger als sie scheint. Pflegekräfte leisten einen Dienst am Menschen, der unverzichtbar und besonders wichtig für unsere Gesellschaft ist. Sollten sie da nicht mindestens genauso wertgeschätzt werden wie Ärzte, Polizisten oder Feuerwehrmänner und -frauen?

Alles hängt von der Jugend ab

Die Lösung des Pflegermangels: Mehr Menschen der jungen Generation müssen den Beruf der Pflegekraft ergreifen und ausführen wollen. Leichter gesagt als getan. Das Bewusstsein für die Bedeutung des Berufes ist noch nicht wirklich vorhanden. Eines Tages wird auch ein Großteil der jetzigen jungen Generation pflegebedürftig sein. Und ohne genügend Pfleger wird dies eine schwierige Zeit. Um diese Befürchtung zu umgehen muss vor allem der jungen Generation gezeigt werden, dass der Job als Pfleger zu den Wichtigsten gehört. Die Generation Y und Z will aber anders leben und arbeiten – viele ihrer Ansprüche sind nicht mit den jetzigen Arbeitsbedingungen im Pflegejob vereinbar. Sie wollen einen sinnvollen Job, Unabhängigkeit und Spaß und das eigene Leben genießen. Die Jahrgänge 1980 bis 2000 legen mehr Wert auf Freizeit und Vereinbarkeit mit der eigenen Familie, denn sie sind sich Bewusst, was Stress, Burn-Out und Zeitnot mit ihren Eltern und der eigenen Kindheit gemacht haben. Um diese Generation für sich zu gewinnen, muss sich die Pflege etwas einfallen lassen. Ein Mix aus mehr Geld, Zeit, attraktiven Arbeitsbedingungen und einer sinnvollen Tätigkeit kann junge Menschen motivieren, in die Pflege zu gehen. Höhere Löhne alleine werden nicht helfen, solange die Arbeitsbedingungen nicht auch angemessen sind.