Pflegestudium in Deutschland: Welche Möglichkeiten und Chancen habe ich?

Der Pflegeberuf ist sehr vielseitig, umfangreich und mit viel Verantwortung verbunden. Nach wie vor gilt die Pflege in Deutschland als ein klassischer Ausbildungsberuf, aber immer mehr Menschen entscheiden sich dazu, Pflege zu studieren – sei es als aufbauendes Studium, als berufsbegleitendes oder als generalistisches und Vollzeit Pflegestudium.

Viele Pflegestudent*innen haben bereits vor ihrem Studium Berufserfahrung gesammelt und bereits eine Ausbildung im Pflege- und Gesundheitswesen absolviert. Teilweise möchten die Student*innen in ihrem Beruf bleiben, aber trotzdem die Chance nutzen, mittels eines Abschlusses weitere Qualifikationen zu erhalten. Das ist auch dank der vielen Optionen im Pflegestudium möglich: So kann man, wenn man nicht Vollzeit studieren möchte, dual studieren, Teilzeit oder zeitlich und räumlich flexibel im Fernstudium. Wenn man sich explizit für ein Studium der Pflege entscheiden möchte, kann man seit dem 1. Januar 2020 das grundständige Pflegestudium wählen. Erste Modellstudiengänge gibt es in Esslingen und Tübingen und andere Hochschulen wie die Charité in Berlin ziehen jetzt bereits nach.

Was kann ich studieren?

Das Auswahl an Pflegestudiengängen ist nicht zu unterschätzen. Je nach Vorliebe, kann man sich z.B. dafür entscheiden, einen spezialisierten Studiengang zu wählen oder eher breitgefächert zu studieren. Hier einige Beispiele für Studiengänge im Pflegebereich:

  • Pflegewissenschaft
  • Pflegemanagement
  • Pflegepädagogik
  • Advanced Nursing Practice
  • Palliativpflege
  • Psychiatrische Pflege
  • Gerontologie
  • Pflegestudium (seit 1.1.2020)

Wenn man sich nicht bereits mit dem Studium auf den Pflegebereich festlegen will, gibt es die Option z.B.:

  • Gesundheitswissenschaften oder
  • Gesundheitsmanagement

zu studieren. Solche Studiengänge bieten eine größere Bandbreite an Themen und Absolventen können sich dementsprechend auf viele verschiedene Berufsfelder bewerben.

Welche Berufsmöglichkeiten ermöglichen sich mir durch ein Studium?

Ebenso vielseitig wie die Studiengänge sind die möglichen Berufsfelder, für die man sich mit einem Pflegestudium qualifiziert. Dabei kommen einem meist zuerst die klassischen Berufsfelder im Pflegebereich und Gesundheitswesen in den Sinn, wie z.B.:

  • Pflegecontroller
  • Pflege-Qualitätsmanager
  • Pflege-Auditor
  • Pflegevertrieb
  • Pflegeberater
  • Pflegegutachter
  • Pflegedienstleitung
  • Wohnbereichsleitung
  • Stationsleitung
  • Pflegepädagogik
  • u.v.m.

Neben den klassischen Arbeitgebern, wird das Feld der potenziellen Arbeitgeber für Absolventen eines Pflegestudiums von Zeit zu Zeit immer weitläufiger und vielfältiger. So können Absolventen auch in den folgenden Bereichen eine Anstellung finden:

  • Krankenkassen
  • Diverse Unternehmen, z.B. in der Beratung
  • Wissenschaftliche Einrichtungen
  • Staatliche Einrichtungen
  • Bildungseinrichtungen
  • Redaktionen
  • Sozialstationen
  • u.v.m.

Wie kann ich Pflege studieren?

Die meisten Pflegestudiengänge sind nicht durch den Numerus Clausus (NC) beschränkt und können dementsprechend ohne Wartesemester begonnen werden. Darüber hinaus braucht man nicht immer die allgemeine Hochschulreife, um ein Studium im Pflege- und Gesundheitsbereich antreten zu können. Je nach Hochschule, Studienform, Studiengang und Bundesland gibt es bestimmte Regelungen für ein Studium ohne Abitur.

Insbesondere für Studiengänge an Fachhochschulen reicht die Fachhochschulreife, die man nach Abschluss eines schulischen und eines berufsbezogenen Teils erhält. Den schulischen Abschnitt erwirbt man in der Regel mit Abschluss der 11. oder 12. Klasse an der Schule. Den berufsbezogenen Teil nach einem Berufspraktikum, einem FSJ oder einer abgeschlossenen Ausbildung. An einigen Universitäten reicht ebenfalls ein Fachabitur für die Zulassung aus.

Außerdem gibt es die Möglichkeit, mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung und einer daran anschließenden Vollzeit-Tätigkeit von mindestens drei Jahren zu studieren ohne (Fach-)Hochschulreife. Die Ausbildung muss aber zum Pflegestudium passen und es können auch weitere Kriterien hinzukommen, wie eine Eignungsprüfung, ein Eignungsgespräch oder Probestudium.

Viele wissen nicht, dass eine Aufstiegsfortbildung wie der Meister und der Fach- oder Betriebswirt eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung enthalten. Je nach Bundesland kann es sein, dass die Hochschule ein zusätzliches Beratungsgespräch fordert, bevor das Studium angetreten werden kann.

Mancherorts reicht auch eine langjährige Berufserfahrung im Pflegebereich ohne eine dazugehörige Ausbildung. So kann man bspw. in Bremen nach einer Berufserfahrung von mindestens fünf Jahren und einer Zulassungsprüfung im ersten Semester ein Pflegestudium antreten, ohne eine abgeschlossene Ausbildung oder die (Fach-)Hochschulreife zu besitzen.

Wo kann ich Pflege studieren?

Die wohl gängigsten Orte, an denen Pflege studiert wird, sind die Universität und die Fachhochschule. Während es lange Zeit hieß, dass die Universität keinen Praxisbezug bietet und der Abschluss an der Fachhochschule nicht den Qualitätsmaßstäben eines Abschlusses an der Universität entspräche, gelten solche Aussagen mittlerweile längst als überholt. Abschlüsse werden seit der Einführung des Bachelor- und Mastersystems nicht mehr als Abschluss der Fachhochschule gesondert gekennzeichnet. Außerdem kann man zwischen beiden Hochschulformen wechseln und z.B. seinen Bachelor an der Fachhochschule absolvieren, den Master aber an der Universität. Universitäten bereiten ihre Student*innen ebenso auf einen praktischen Berufseinstieg vor wie die Fachhochschulen. Dennoch bieten letztere mehr Pflegestudiengänge an als die Universitäten.

Pflege an der Universität studieren:

Insbesondere technische Universitäten, die sich durch einen großen Anteil an Praxisbezug während des Studiums auszeichnen, bieten Studiengänge wie Pflegewissenschaften, Pflegepädagogik oder Gerontologie an. Seit Januar diesen Jahres bieten immer mehr Hochschulen den Studiengang Pflegestudium an. In der Regel muss an der Uni Vollzeit studiert werden.
Als höchste Bildungseinrichtung setzen Universitäten strikte Aufnahmeregeln für Studierende voraus, wie die allgemeine Hochschulreife. In der Pflege gibt es aber mancher Orts die oben genannten Ausnahmeregelungen. Das Studium setzt voraus, dass sich die Studierenden selbst organisieren und motivieren können und bietet weniger Struktur als eine Fachhochschule. Dafür kann man individueller sein Studium gestalten, Veranstaltungen wählen und selber inhaltliche Schwerpunkte setzen. Die zusätzliche Eigenverantwortung fördert die Selbstständigkeit der Student*innen und erfordert ein hohes Maß an Disziplin.

Pflege an der Fachhochschule studieren:

Der Pflegebereich ist bekanntermaßen ein stark praxisbezogener Bereich und der Praxisbezug ist an Fachhochschulen weit vertreten. Dementsprechend bieten die Fachhochschulen viele und einen Großteil der Pflegestudiengänge an. Im Gegensatz zur Universität reicht die Fachhochschulreife für die Zulassung aus und auch hier gelten manchmal die bereits genannten Ausnahmen.

Das Studium ist oftmals berufsbegleitend konzipiert und bietet sich folglich für diejenigen an, die während ihres Studiums Berufserfahrungen sammeln möchten oder ihre bereits vorhandene Arbeitsstelle nicht aufgeben möchten. Die Dozenten einer Fachhochschule kommen meist selbst aus dem Berufsfeld der Pflege und können so Wissen aus erster und eigener Hand vermitteln. Außerdem können sie ihren Student*innen helfen, einen Praktikumsplatz oder sogar eine Anstellung zu bekommen.

Die Studiengänge sind deutlich verschulter als die an der Universität. Das bedeutet zwar, dass die Student*innen weniger individuell ihr Studium gestalten können, aber dafür haben sie weniger Organisationsaufwand. Die Module und der Verlauf sind klar vorgeschrieben, aber das ist bei berufsbegleitenden Studiengängen kaum anders möglich. Einen weiteren Vorteil bietet die Fachhochschule für Menschen an, die gerne im Austausch mit ihren Kommilitonen und Dozenten stehen: Die Seminare finden im kleinen Rahmen von 30-40 Student*innen statt und es gibt keine Vorlesungen, an denen mehrere hundert zugleich teilnehmen.

Pflege an der Akademie studieren:

Als Teil eines dualen Studiums absolviert man den theoretischen Teil oftmals an einer Berufsakademie. Diese kann man mit der akademischen Berufsschule vergleichen. An der Akademie absolviert man sein Bachelorstudium. Um einen Masterabschluss zu erhalten, muss man an die Fachhochschule oder Universität wechseln. Es ist jedoch zu beachten, dass die dualen Studiengänge seit der Einführung des generalistischen Pflegestudiums nur noch während einer Übergangsphase weiterlaufen und bald abgeschafft werden.

Pflege berufsbegleitend studieren:

Inzwischen gibt es viele Optionen, die es einem ermöglichen, trotz einer Festanstellung, ein Studium zu absolvieren. Diese sollen Menschen unterstützen, die bereits einige Jahre Berufserfahrungen sammeln konnten, sich aber nun beruflich weiter qualifizieren möchten, ohne dabei ihre Arbeitsstelle aufzugeben. Ein Pflegestudium bietet Absolventen die Möglichkeit, beruflich aufzusteigen, neue Aufgaben und mehr Verantwortung zu übernehmen und vor allem mehr Gehalt zu bekommen. Es gibt beinahe so viele Teilzeitstudiengänge wie Vollzeit. Einige kann man sowohl Voll- als auch Teilzeit studieren, wie Pflegewissenschaft, Pflegemanagement oder spezialisierte Studiengänge wie Palliativpflege.

Um berufsbegleitend studieren zu können, bieten Bildungseinrichtungen diverse Zeitmodelle an, wie das Abend- und Wochenendstudium. In dem Fall gehen Studierende an zwei Abenden und gelegentlich an einem zusätzlichen Wochenendtag in der Woche an ihre Hochschule und arbeiten tagsüber. Dieses Modell lässt sich zwar mit einer Vollzeitanstellung vereinbaren, bedeutet aber eine große Belastung und wenig Freizeit für die Student*innen.

Alternativ bietet sich das Tagesstudium an, welches Unterrichts- und Arbeitstage kombiniert. Praxis und Theorie nehmen ungefähr gleich viel Zeit ein. Während an zwei bis drei Tagen an der Hochschule studiert werden, muss die restlichen zwei bis drei Tage gearbeitet werden. Bei diesem Modell kann der Studierende jedoch nicht Vollzeit, sondern nur Teilzeit angestellt sein.

Als dritte Möglichkeit bietet sich das Blockstudium an, welches sich meist nur bei dualen Studiengängen anbietet. Dort wechseln sich in Blöcken, meist von drei Monaten, das Studium und die Arbeitsphasen ab. Im dualen Studium ist der Arbeitgeber darauf eingestellt, dass die Student*innen für längere Zeiträume nicht arbeiten können. Die dualen Studiengänge werden nur noch in einer Übergangsphase weitergeführt und sollen in das Vollzeit Pflegestudium übergehen.

Als letzte Option bietet sich das Fernstudium an, um zeitlich und räumlich neben einer Festanstellung zu studieren. Die Organisation des Studiums ist dem*r Student*in selbst überlassen. Dadurch kann das Studium an die Lebensumstände angepasst werden. Jedoch erschwert ein Fernstudium die Kommunikation mit Kommilitonen und Dozenten.

Pflege im Ausland studieren

(Quellen: pflegestudium.de; www.praktischarzt.de)

Ein Studium im Ausland kann sehr reizvoll sein. Man sieht mehr von der Welt, lernt die Sprache besser sprechen und die Sitten des Landes kennen. Student*innen die sich für ein oder auch mehrere Semester im Ausland entscheiden profitieren in ihrem persönlichen wie auch beruflichen Werdegang von der Entscheidung. In anderen Ländern ist eine pflegerische Hochschulausbildung, wie sie seit Anfang diesen Jahres auch in Deutschland angeboten wird, bereits selbstverständlich.

Das Studium im Ausland kann Pflegestudent*innen wichtige Erkenntnisse liefern, wie die Pflege auch in Deutschland zukünftig gestaltet werden kann. Sie können exklusive Einblicke in die Probleme in der Pflege und die Lösungsansätze anderer Länder bekommen und dieses Wissen mit nach Deutschland bringen. Dadurch profitieren der Pflegebereich und das Gesundheitswesen in Deutschland, denn so können die Erfahrungen dazu genutzt werden, pflegerische Standards und Prozesse zu verbessern. Ein Auslandsstudium sieht zudem gut auf dem Arbeitszeugnis aus, entwickelt die interkulturellen und persönlichen Kompetenzen weiter und bietet internationale Erfahrungen, indem man den globalen Markt kennenlernt. Dies ist vor allem von Vorteil, wenn man eine Leitungsposition anstrebt, denn die Pflegebranche wird internationaler.

Um im Ausland studieren zu können, bedarf es einer besonders guten Vorbereitung. Dabei sollten Student*innen insbesondere darauf achten, dass ihr Studiengang in einem anderen Land, auf einer anderen Sprache, anders heißen kann oder genauso heißt, aber andere Inhalte vermittelt und Schwerpunkte setzt als das Studium in Deutschland. Außerdem sollte mit der Studienberatung abgesprochen werden, welche Studienleistungen auch in Deutschland anerkannt werden. Wichtig ist auch, dass sämtliche Bewerbungs- und Nachweisfristen eingehalten werden müssen, wenn z.B. Nachweise über Sprachkenntnisse, Impfungen etc. erfolgen sollen. Die Rahmenbedingung des Landes, in dem das Studium angestrebt wird, sollten auch gründlich recherchiert werden. Dazu können ein Visum, Impfungen, Auslandsversicherungen, Nachweise einer Unterkunft usw. zählen. Abschließend ist es wichtig, zu kalkulieren, wie hoch der finanzielle Aufwand ist, z.B. wie viel die An- und Abreise, Impfungen, Gebühren und Unterkunft. Es gibt auch die Möglichkeit finanzielle Hilfen zu beziehen, in Form von Stipendien, Krediten, ERASMUS oder Auslands-BAföG.

Wie finanziere ich mein Pflegestudium?

Ein Pflegestudium ist kostspielig. Laut der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studierendenwerks brauchen Studierende im Schnitt 918 Euro im Monat zum Leben. (Quelle: sozialerhebung.de) Wenn man Vollzeit studieren möchte oder mit seinem Gehalt das Studium nicht gänzlich finanzieren kann, gibt es verschiedene Optionen, um finanzielle Unterstützung zu bekommen.
Erste Anlaufstelle ist für die meisten Student*innen ihre Familie. Diese kann das Kindergeld dem*r Student*in überlassen, welches aktuell bei dem ersten und zweiten Kind 204 Euro im Monat beträgt. Solange sich das Kind in Ausbildung befindet oder es berufsbegleitend studiert, haben die Eltern Anspruch auf Kindergeld bis zum 25. Lebensjahr. Es gibt auch Ausnahmen, wie z.B. ein Freiwilliges Soziales Jahr, die den Anspruch verlängern können. Mehr Information gibt es hier.

Aber nicht immer kann die Familie einem finanziell unter die Arme greifen oder das Geld reicht nicht aus, dann beantragen viele Student*innen BAföG, welches für Chancengleichheit in der Bildung sorgen soll. Die Höhe hängt vor der finanziellen Situation des Antragstellers und seiner Familie ab. Dazu zählen neben Einkünften auch Ersparnisse und sonstiges Vermögen. Der Höchstsatz beträgt derzeit 861€ im Monat. BAföG muss im Gegensatz zu anderen Krediten nicht komplett zurück gezahlt werden, denn die Hälfte trägt der Staat. Insgesamt muss man maximal 10.000€ zurückzahlen und es gibt keine Zinssätze.

Besonders attraktiv für viele Pflegestudent*innen ist das elternunabhängige BAföG, welches diejenigen beziehen können, die bereits über 30 Jahre alt sind oder über einen längeren Zeitraum Berufserfahrungen gesammelt haben. Das gilt z.B. für Menschen, die nach Vollendung ihres 18. Lebensjahres fünf Jahre erwerbstätig waren oder nach einer abgeschlossenen dreijährigen Ausbildung, nochmals drei Jahre lang gearbeitet haben. Die Eltern sind dann nicht mehr dazu verpflichtet, ihre Kinder finanziell zu unterstützen, wodurch ihr Einkommen nicht mehr in den BAföG-Satz miteinberechnet wird. Nähere Informationen zu den Bedingungen gibt es hier.

Eine weitere Möglichkeit, die sich Student*innen eines Pflegestudiums anbietet, ist die parallele Berufstätigkeit oder ein Studentenjob. Dadurch können Student*innen Geld verdienen und berufliche Erfahrung sammeln. Im Idealfall passt der Arbeitsplatz zu dem Studium, wodurch bereits ein Fuß in die Arbeitswelt gesetzt werden kann.

Stipendien sind ein noch selten genutztes Mittel, um sein Studium zu finanzieren. Dabei gibt es viele verschiedene Anbieter und es müssen nicht immer Bestnoten oder soziales Engagement sein, die potentielle Stipendiaten qualifizieren. Bei einer ausführlichen Recherche stößt man auf Stipendien für alleinerziehende Eltern, für Student*innen mit Migrationshintergrund oder auch für Student*innen diverser Konfessionen. Stipendien bieten vor allem den Vorteil, dass sie Finanzspritzen sind, die nicht zurückgezahlt werden müssen und manchmal sogar regelmäßig z.B. monatlich erfolgen.

Reicht das Bachelorstudium oder brauche ich auch einen Masterabschluss?

(Quellen: soziales-studieren.de; pflegstudium.de)

Prinzipiell ist ein Masterstudium in manchen Pflegestudiengängen möglich, aber es gibt nur wenige Angebote. Das liegt daran, dass der Bachelor in der Pflege meist alle nötigen Qualifikationen für einen erfolgreichen Einstieg in einen Pflegeberuf beinhaltet. Das Masterstudium ist sehr theoretisch aufgebaut mit einem Schwerpunkt auf die wissenschaftlichen Aspekte der Pflege. So lernen die Student*innen z.B.:

  • Erhebungstechniken
  • Statisik
  • Evaluation
  • Management
  • Klinische Ethik
  • Klinisches Assessment
  • Pflegediagnostik und -intervention
  • Forschung

Das bietet sich für all diejenigen an, die entweder eine leitende Postion anstreben, wie im Pflegemanagement, in die Lehre gehen oder in der Wissenschaft arbeiten wollen. Um ein Masterstudium zu beginnen, muss man bereits einen Hochschulabschluss haben, dieser muss meist auch einen bestimmten Notenschnitt aufweisen. Das Studium dauert in der Regel 3-4 Semester.

Das Pflegestudium seit 2020

(Quelle: FAZ, pflegeausbildung.de)

Seit dem 1. Januar 2020 wurde die generalistische Ausbildung zum Pflegefachmann bzw. -frau eingeführt, die die Altenpflege, Kinderkrankenpflege, und Krankenpflege zusammenführt. In dem Zuge wurde das grundständige Pflegestudium als weiterer Zugangsweg in die Pflegeberufe gesetzlich verankert, welches auf die neuen Anforderungen an Pflegekräfte vorbereiten soll. Denn die Ansprüche an den Pflegeberuf steigen, ebenso wie die Zahl der Pflegebedürftigen. (Quelle: destatis.de) Pflegekräfte müssen heutzutage über vielschichtiges Wissen und verschiedene Fertigkeiten im sozialen, medizinischen, psychologischen und pflegewissenschaftlichen Bereich verfügen.
Folglich ändern sich auch der Aufbau und die Inhalte in der neuen Studienform. Im Pflegestudium studiert man eine ganze Bandbreite von Fächern und Themen, wie Pflege- und Gesundheitsmanagement, Medizin, Psychologie, Soziologie, Ethik, Rechtswissenschaften, Politik, Betriebswirtschaft und Ökologie. Das Studium ist breiter aufgestellt als die bisher üblichen Pflegestudiengänge. Auch die Praxis kommt nicht zu kurz: Neben praktischen Übungen wie Magensonden legen und Blutabnehmen stehen in den Semesterferien umfangreiche Praktika von jeweils fünf Wochen im Krankenhaus, in stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen an. Für die Student*innen bedeutet das viel weniger Freizeit, aber dafür viel praktische Erfahrung. Ab dem kommenden Wintersemester sollen die Praktika auch entlohnt werden.

Durch das grundständige Pflegestudium sollen den Student*innen andere Perspektiven vermittelt werden als in der Ausbildung. Im Gegensatz zu in Berufsschulen lernen Student*innen an einer Hochschule, wie sie sich eigenständig Wissen über die sich stetig verändernden pflegewissenschaftlichen Erkenntnisse aneignen können. Sie lernen, wie sie komplexe Pflegeprozesse steuern und gestalten können, Qualität in der Pflege zu entwickeln und Pflegewissen kritisch zu reflektieren. Während die Auszubildenden sich im dritten Jahr spezialisieren können, wenn sie wollen, ist das Pflegestudium durchgängig generalistisch und bietet keine Möglichkeit, sich zu spezialisieren. Dafür steht es Absolventen offen, ob sie in der Altenpflege, Kinderkrankenpflege oder Krankenpflege arbeiten wollen. Sie können in die Praxis gehen, die Lehre oder auch in die Wissenschaft. Außerdem eröffnet das Studium neue Karriere- und Aufstiegschancen für Absolventen, die normalerweise erst durch Weiter- und Fortbildungen ermöglicht werden können, und qualifiziert für Pflege auf einem wissenschaftlichen Niveau.

Das Pflegestudium soll einerseits Menschen ansprechen, die keine Ausbildung machen wollen, aber dennoch im Pflegebereich arbeiten wollen. Andererseits soll es Pflegeberufen zu dem Ansehen verhelfen, das sie verdienen – denn Pflegeberufe erfordern viel Wissen und sind hochprofessionell. Pflegekräfte sollten sich auf Augenhöhe mit Ärzten befinden. Das gesteigerte Ansehen und das umfangreiche Studium sollen zugleich zu mehr Lohn verhelfen. Am Ende eines erfolgreichen, in der Regel dreijährigen Studiums wird die Berufsbezeichnung Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann mit dem akademischen Grad geführt.

Quellen:

www.pflegestudium.de

www.sozialerhebung.de/archiv/

www.bundesgesundheitsministerium.de/pflegeberufegesetz

www.aerzteblatt.de/archiv/209336/Pflege-Neue-Ausbildung-beginnt-2020

www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/hoersaal/so-ist-das-pflegestudium-in-deutschland-16822069

www.pflegeausbildung.net/alles-zur-ausbildung/pflegestudium

www.kindergeld.org/kindergeld-in-ausbildung

www.bafög.de/de/elternunabhaengige-foerderung-196.php

www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Pflege/_inhalt

www.stipendienlotse.de/datenbank

www.soziales-studieren.de/studiengaenge/pflege

www.praktischarzt.de/magazin/studie-pflege-im-ausland

Hilfreiche Links:

www.auslandsbafoeg.de

www.deinestudienfianzierung.de

www.bafög.de

www.erasmusplus.de