/ Praxistipps

Man lernt nie aus. Deshalb kann jede Pflegekraft mal einen nützlichen Rat gebrauchen. Ganz egal, ob es dabei um die richtige und gesunde Ernährung für den Schichtdienst oder um Mittel zur Stressbewältigung geht. Selbst kleine Veränderungen können einen großen Effekt haben und deshalb wollen wir dir regelmäßig professionelle und praxiserprobte Tipps geben, die dir deinen Alltag und deinen Job etwas erleichtern können.

Ein Allround-Talent – der Notizblock

Gerade wenn du noch nicht lange in der Pflege tätig bist, kann ein einfacher Notizblock große Unterstützung leisten. Er ist eine Gedankenstütze und bietet dir die Möglichkeit, alle die Informationen, die am Anfang auf dich einprasseln, zu notieren und zu einem späteren Zeitpunkt wieder nachschlagen zu können. So musst du nicht deine Kollegen ständig um Hilfe fragen, sondern kannst erstmal in deinen Notizen nachschauen. Du kannst dir die Namen der Medikamente, deren Herstellungsfirmen und Wirkungsweisen notieren, aber auch Routineaufgaben, bis sie zur Gewohnheit werden. Wie man einen Patienten aufnimmt oder wieder entlässt, wann Apothekenbestellungen anfallen und wann die Besuchszeiten sind.

Schreibe dir deine Aufgaben bei der Visite auf, um dem Arzt auch gut assistieren zu können, merke dir zukünftige Termine für Fort- und Weiterbildungen oder auch einfach nur Nutzernamen und Passwörter für die Computer und Programme. Auch für routinierte Pflegekräfte kann ein Notizheft, das immer bereitliegt, hilfreich sein. Für die spätere Dokumentation lässt es sich prima als Gedächtnisstütze nutzen, damit auch kein Detail vergessen wird. Für Checklisten, die du während der Schicht abarbeiten kannst, sind sie auch gut geeignet. 

/ Bei der Dokumentation kann man viel falsch machen

Bei der Dokumentation gibt es fünf Regeln, die du beachten solltest. Achte immer auf eine neutrale und wertfreie, aber präzise Formulierung. Sätze wie „Frau Müller klingelt ständig“ sind zu subjektiv. Gib viel besser an, wie oft genau geklingelt wurde und nenne eine konkrete Zahl. Grundsätzlich gilt: Beschreibe Ereignisse konkret, sachlich und nachprüfbar. Sollten Besonderheiten auftreten, müssen diese exakt dokumentiert werde. Ansonsten kann es sein, dass du einmal in eine Lage kommst, bei der du beweisen musst, dass du korrekt gehandelt hast. Dann ist eine lückenlose und korrekte Dokumentation sehr nützlich. Bei der Dokumentation muss auch darauf geachtet werde, dass erkennbar ist, dass sie kontinuierlich erstellt wird. Der Folgedienst sollte also den Bericht der vorangegangenen Schicht gelesen haben und dessen Beobachtungen in der weiteren Entwicklung auch festhalten. Bei der Niederschrift gilt: In der Kürze liegt die Würze. Streiche alle Wörter, die ausschmückend sind und reduziere deinen Bericht auf die reinen Informationen. Achte bei deinen Formulierungen auf Logik. Der klassische Satz „Der Patient hat gut gegessen“ ist schlichtweg verwirrend und unpräzise und kann vieles bedeuten. Es ist nicht klar, ob der Patient alles aufgegessen hat, einfach nur nicht gekleckert oder auf die Tischsitten geachtet hat. Deine Einträge müssen übrigens immer mit einem dokumentenechten Stift (z.B. einem Kugelschreiber) erfolgen. Korrekturen wie mit Tipp-Ex sind nicht zulässig.

Perfekt ausgerüstet: Das darf bei der ambulanten Tourenpflege nicht fehlen

In der ambulanten Tourenpflege bist du selbst dafür verantwortlich, welche Hilfsmittel du dabei hast. Bevor deine Schicht beginnt, solltest du darauf achten, dass du auch auf alle Eventualitäten vorbereitet bist. Da ist eine organisierte Tasche besonders nützlich. Entrümple deine Tasche aber auch regelmäßig, damit sie nicht voll von unnötigen Dingen ist und schwerer wird, als notwendig. Diese Dinge solltest du auf jeden Fall dabei haben:

        • Handschuhe
        • Desinfektionsmittel
        • Überschuhe
        • Hand-/Hautschutzcreme
        • Blutdruckmessgerät
        • Stethoskop
        • Notizzettel/Post-its
        • Stadtplan
        • Kugelschreiber (dokumentenecht) und Dokumentationsblätter

/ Für die Motivation: Iss den Frosch

Wie bitte? Ja, die englische Redewendung „Eat that Frog“ ist ein echt nützlicher Tipp für den Arbeitsalltag einer Pflegekraft. Er bedeutet soviel wie: Wenn man die unliebsten Aufgaben schon zu Beginn des Tages erledigt, hat man das Schlimmste schon hinter sich und es kann nur noch besser werden. Schiebe künftig die unangenehmeren Aufgaben nicht auf und erledige sie (wenn möglich) einfach als Erstes. Damit deine Motivation den ganzen Tag lang anhält, rufe dir ruhig immer wieder ins Gedächtnis, warum du diesen Job machst: Um Menschen zu helfen und um das Leben deiner Patienten besser zu machen. Und nach einer besonders harten Schicht kannst du dich auch mal belohnen. Überlege dir vor deiner Schicht, welche Belohnung das sein kann und arbeite den Tag über darauf hin. Ein heißes Bad, ein gutes Buch oder ein schöner Film – Hauptsache du freust dich so richtig darauf.

Perfekt ausgerüstet: Kenne deine Rechte

Auch Pflegekräfte haben Rechte – auch wenn das einigen vielleicht auf den ersten Blick nicht so erscheint. Viele möchten sich vielleicht auch einfach nicht mit so einem lästigen und anstrengendem Thema wie Recht auseinandersetzen. Doch die Arbeit kann sich lohnen. Es gibt viele Rechtliche Fallstricke, die man kennen sollte. Krankmeldung, Mutterschutz, Brückenteilzeit, Dienstwagen und mehr:  Darüber genau Bescheid zu wissen, kann dir viele Vorteile bringen und dich vor Fehlern und rechtlichen Konsequenzen schützen.

Lernen, Lernen, Lernen

Wenn du mit deinem Gehalt und deinen Arbeitsbedingungen unzufrieden bist, solltest du nicht gleich an einen Berufswechsel denken. Als Pflegehelfer oder Pflegehelferin kann schon eine Ausbildung zur examinierten Pflegekraft viel bewirken. Nicht nur dein Einkommen, sondern auch deine Jobchancen werden sich mit einer guten Ausbildung erhöhen. Vielleicht kommst du auch in die Situation, dass du dir unter mehreren Angeboten deinen Traumjob aussuchen kannst. 

Wenn du nach einigen Jahren im Beruf das Gefühl hast, zu stagnieren und nicht mehr voranzukommen, dann kannst du mit Fort- und Weiterbildungen deinen Horizont erweitern. Vielleicht ist sogar ein Studium etwas für dich. So eröffnen sich dir ganz neue Karrieremöglichkeiten und du lernst ganz neue Facetten der Pflegebranche kennen. 

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