Quereinsteiger in der Pflege fühlen sich überfordert: Das kann helfen

In Pflegeberufen ist der Personalmangel ein allgegenwärtiges Thema. Der demographische Wandel verstärkt diesen Punkt weiterhin. Quereinsteiger sind eine Milderung des Problems, stellen jedoch keine Lösung für die Klärung des Pflegenotstandes dar. Darüber hinaus kann der späte Einstieg in die Pflege auch zu vielen Herausforderungen führen: Umgeschulte Pfleger aus anderen Berufen berichten teilweise von Überforderung im Job.

Aufgaben, für die sie nicht ausgebildet sind

Wenn sich Personen im Erwachsenenalter dazu entscheiden ihren alten Beruf zu verlassen und in die Pflegebranche umzuschulen, dann sehen sie sich häufig überfordert. Das Problem liegt oftmals gar nicht bei den Quereinsteigern, sondern darin, dass diese durch ihre Lebenserfahrung von Kollegen als verantwortungsbewusst wahrgenommen werden. Dies hat zur Folge, dass ihnen oft Aufgaben zugetragen werden, für welche sie jedoch nicht genügend ausgebildet sind. Eigenständige Bewältigung der Aufgaben wird oftmals vorausgesetzt, ist vielen durch mangelndes Fachwissen jedoch nicht möglich.

Was sind die Voraussetzungen für Quereinsteiger?

Voraussetzung sind bei der Umschulung vor allem die menschliche und soziale Kompetenz. Eine 3-jährige Ausbildung ist Bedingung, wenn man eine Stelle als Fachkraft anstrebt. Die Arbeit als Pflegehelfer gestaltet sich unkomplizierter, da hierfür lediglich eine Basisqualifikation absolviert werden muss. Spezielle Programme oder Angebote für den Quereinstieg in die Pflegebranche existieren jedoch kaum. Die beste Voraussetzung für den Neustart in der Pflege ist das Sammeln von Erfahrung. Praktika oder Freiwilligendienste in sozialen Einrichtungen können einen ersten Eindruck vom Arbeitsalltag liefern und bei der Entscheidung helfen.

Die eigene Einstellung ist sehr wichtig

Dass der späte Einstieg in die Pflege erfolgreich und positiv ablaufen kann beweist Jeannine Fasold, welche seit 2015 als Kinderkrankenschwester tätig ist. Gelernt hat die 45-Jährige einen Bürojob, arbeitete danach in verschiedenen Bereichen und wurde schließlich Vollzeitmutter. Im Jahr 2010 begann Jeannine schließlich ihre Ausbildung zur Pflegehelferin und schloss diese als Klassenbeste ab. Der Altersunterschied zu ihren Kollegen hat währenddessen keinerlei Rolle gespielt und die gemeinsame Zusammenarbeit lief sehr positiv ab. Im Verlauf der Ausbildung wurde die Quereinsteigerin nicht nur als Schülerin gesehen, sondern auch sehr respektiert. Trotz ihrer späten Ausbildung konnte sie von Beginn an, sowohl mit ihrem Team als auch den Eltern auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Auch von ihrer eigenen Erfahrung als Mutter kann sie bei ihrer Arbeit mit den Kindern profitieren. Sie sagt selbst, dass ihr die Lebenserfahrung in vielen Momenten hilft Menschen besser einzuschätzen und dadurch besser mit Konflikten umgehen zu können. Jeannine ist sich bewusst, dass die eigene Arbeitseinstellung und das Team, mit welchem man zusammenarbeitet auch eine entscheidende Rolle beim Berufswechsel spielen: „Die Einstellung, mit der man auf eine neue Station kommt ist enorm wichtig.“

Auf ihrem Instagram-Account begleitet Jeannine (@einfach.jean) ihren Berufsalltag und macht sich für die Pflege stark.

Quellen:

https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11993793-studie-quereinsteiger-pflege-fuehlen-haeufig-ueberfordert

https://pflegekraft-mehralseinberuf.de/mit-instagram-gegen-den-pflegenotstand/

https://www.aerztezeitung.de/Politik/Quereinsteiger-loesen-Engpaesse-nicht-langfristig-224510.html

https://www.merkur.de/leben/karriere/so-funktioniert-quereinstieg-in-pflege-zr-9814724.html