Studium in der Pflege – Welche Möglichkeiten gibt es?

Pflege ist vielseitig. Abgesehen von einer Ausbildung gibt es auch zahlreiche Studiengänge, mit denen man die Karriereleiter erklimmen kann. Ein Studium im Pflegemanagement oder der Pflegewissenschaften kann so manchem Pfleger eine neue Perspektive eröffnen. Wenn man das Gefühl hat, sich beruflich im Kreis zu drehen, nicht voranzukommen und einfach festzustecken, kann eine Studium der Weg aus der beruflichen Unzufriedenheit sein.

Die Pflege ist ein Berufssektor, dessen Bedeutsamkeit in Deutschland immer weiter wächst. Das wissen eigentlich alle Menschen. Denn unsere Gesellschaft altert und es gibt nicht genug Pflegekräfte für die Zukunft. Die steigende Nachfrage nach Pflege und Betreuung bringt aber auch den großen Vorteil mit sich, dass der Arbeitsmarkt in der Pflege boomt. In wenigen Bereichen stehen die Jobchancen so gut wie hier. Jedes Jahr bleiben in Deutschland tausende Stellen unbesetzt. Und es gibt viele Möglichkeiten, sich zu spezialisieren. Es gibt eine Vielzahl an Studienfächern im Pflegebereich wie Pflegewissenschaften, Pflegepädagogik oder Pflegemanagement. Das kann für Berufserfahrene die perfekte Möglichkeit sein, eine neue und vielleicht auch passendere Position im Unternehmen zu erreichen.

Wie ist ein Studium in der Pflege aufgebaut?

Natürlich unterscheiden sich Ablauf und die Struktur von Studium zu Studium. Die große Mehrzahl der Studiengänge beschäftigen sich mit den Grundlagen der Arbeit in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen. Im Studium blickt ihr auch hinter die Kulissen. Du erfährst, wie ein Krankenhaus funktioniert, wie die Versorgung von Patienten organisiert wird und wie die Qualität in Pflegeheimen gesichert werden kann. Neben der Pflege erhältst du aber auch Unterricht in Betriebswirtschaft, Sozialrecht, Medizin, Pädagogik und Ethik. Der Unterricht findet nicht in Vorlesungen, sondern in Seminaren statt. Außerdem ist das Studium generell sehr praxisorientiert.

Wie kann ich ein Pflegestudium beginnen?

Die meisten Pflegestudiengänge richten sich an bereits ausgebildete Pflegekräfte, die auch schon Berufserfahrung sammeln konnten. Eine Voraussetzung ist meistens das Abitur. Aber durch duale Modelle lassen sich auch Ausbildung und Studium miteinander verbinden. Bei vielen solcher Modelle finden die Kurse parallel zur Ausbildung und am Wochenende statt. Es ist also ein hohes Maß an Selbstorganisation und Disziplin notwendig. Studien zeigen aber, dass sich der Aufwand lohnt. Akademisch ausgebildetes Personal senkt die Sterblichkeit in Pflegeeinrichtungen erheblich. Das Wundliegen der Patienten ist geringer und die Pflegebedürftigen sind generell zufriedener.

Was kommt nach dem Studium?

Als Absolvent eines Pflegestudiengangs stehen dir viele Türen offen. Du kannst im Management von Pflegeheimen oder Krankenhäusern arbeiten, die Qualität der Pflege im Unternehmen sichern und für Weiterentwicklung sorgen. Auch eine Tätigkeit bei den Krankenkassen oder als Berater bei Behörden ist möglich. Pflegepädagogen hingegen werden selbst zum Ausbilder.

Welche Studiengänge gibt es?

1. Pflegewissenschaft

Das Studium im Bereich Pflegewissenschaft umfasst so gut wie alle Bereiche der Pflege. Angefangen von BWL und Management zur Psychologie bis hin zur Biologie, menschlichen Anatomie und vieles mehr. Jedoch können die Inhalte je nach Studiengang und Hochschule stark variieren. Demensprechend wird der Fokus eher auf wissenschaftliche oder auf managementtechnische Inhalte gelegt. In der Pflegewissenschaft geht es zusammengefasst um alles was den Bereich Pflege umfasst. Beim Bachelor können die Studierenden meist zwei thematische Schwerpunkte individuell wählen. Zur Wahl können beispielsweise „Pflegemanagement“, „Pflegeinformatik“, „Pflegeforschung“, „Akutpflege“ oder „Familienorientierte Pflege“ stehen.

2. Pflegemanagement

In diesem Studium soll nicht nur pflegerisches Fachwissen vermittelt werden. Es geht auch darum, die Studierenden mit dem Management vertraut zu machen. Am Ende sollst du dazu fähig sein, der Leiter eines Pflegeheimes o.ä. zu sein. Dir wird beigebracht, die Führungsposition in Einrichtungen im Bereich Gesundheitswesen zu übernehmen und zu leiten. Es existiert bereits eine Vielzahl an Pflegemanagement-Studienangeboten, da der Bedarf hierfür recht hoch ist.

3. Pflegepädagogik

In der Pflegepädagogik geht es darum, anderen die Arbeit der Pflege beizubringen. Demnach gilt man als Pflegepädagoge als Lehrer für Gesundheits- und Pflegeberufe. Als Pflegepädagoge verfügst du nicht nur über berufliche Erfahrung und ein umfangreiches Pflegewissen. Du weißt auch, wie du das Wissen mit lehrenden Methoden am Besten weitergeben kannst.

4. Advanced Nursing Practice

Der Studiengang bezieht sich hauptsächlich auf die Praxis. Als Absolvent eines so genannten „Advanced Nursing Practice“ Studiengangs wird man oft als Pflegeexperte bezeichnet. Hierbei wird nämlich die wissenschaftliche Basis vertieft und zu einer spezialisierten Praxis gefestigt. Zusammengefasst wird die praktische Arbeit mit der wissenschaftlichen Arbeit verbunden. Dieser Studiengang stammt ursprünglich aus den vereinigten Staaten seit den 70er und existiert erst seit einigen Jahren in Deutschland.

5. Palliativpflege (Palliative Care)

Die Würde eines Menschen ist bekanntlich unantastbar. Deshalb soll nicht nur die Erhaltung eines lebenswerten letzten Lebensabschnitts ein wichtiges Thema sein. Sondern auch ein würdevolles Sterben. In der Palliativpflege geht es einerseits darum dem Menschen seine Schmerzen zu lindern. In medikamentöser Hinsicht, aber auch in psychologischer Hinsicht. Dies funktioniert mit spiritueller Betreuung und diversen psychologischen Maßnahmen. Zwar steht der Patient im Mittelpunkt, jedoch muss der richtige Umgang mit den Angehörigen ebenfalls erlernt werden. Ursprünglich stammt das Studienangebot aus dem angloamerikanischen Raum. Mittlerweile ist es aber auch in Deutschland, Österreich wie auch der Schweiz angekommen.

6. Psychiatrische Pflege

Eine gute Pflege erweist sich nicht nur durch das körperliche Wohlbefinden des Patienten, sondern auch um das psychische Wohlbefinden. Der Studiengang Psychiatrische Pflege lehrt die Studierenden den angemessenen Umgang mit psychischer Labilität. Es kann eine grosse Herausforderung sein, sich um das psychische Wohlbefinden des Patienten zu kümmern. Deshalb benötigt man bestimmtes Fachwissen und Handlungskompetenzen um hier möglichst Alles richtig anzugehen.

7. Gerontologie

Dieser Studiengang gilt als ideale Ergänzung zu anderen Studiengänge in der Pflege. Beispielsweise zu Pflegewissenschaft oder Pflegemanagement. Die Gerontologie beschäftigt sich mit dem Prozess des Alterns in verschiedenen Perspektiven. Unter Anderem der demographischen, sozialen, kulturellen und ökonomischen Perspektive. Genauer betrachtet beschäftigt man sich in diesem Fach damit, wie sich die Gesellschaft auf die Zukunft vorbereitet, da im Jahr 2050 jeder dritte Deutsche über 60 Jahre alt sein wird. Die Bedürfnisse der älteren Menschen sollen mit dem Recht der gesellschaftlichen Teilhabe in Einklang gebracht werden.