Umschulung mit 40+: Quereinstieg in die Pflege

Der demographische Wandel und die zunehmende Alterung der Gesellschaft lassen den Pflegeberuf immer wichtiger werden. Wenn es darum geht, die Versorgung mit qualifiziertem Personal zu sichern, sind Quereinsteiger in diesem Beruf gerne gesehen und haben auch gute Chancen, einen Job zu finden. Doch viele haben Angst vor dem großen Schritt einer Umschulung.

Ist eine Umschulung wirklich das Richtige für mich?

Möchtet ihr euch nach jahrelanger Berufstätigkeit doch noch für eine Umschulung und einen sozialen Beruf wie den der Gesundheits- und Krankenpflege entschieden? Wenn ihr unsicher seid, ob dieser Beruf etwas für euch ist, empfiehlt sich immer ein Praktikum um alle Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen. Anschließend müsst ihr euch entschieden, ob euch eine einjährige zum Pflegehelfer genug ist, oder ob eine dreijährige Ausbildung euer Weg sein soll. Der Vorteil der dreijährigen Ausbildung liegt darin, dass hier eure Jobchancen deutlich besser sind und dass auch das Gehalt höher ist. Immer noch unsicher? Dann überzeugt dich vielleicht der Bericht einer anderen Person, die selbst den Schritt in die Pflege durch eine Umschulung gewagt hat:

Mit 40 Jahren noch den Traumberuf gelernt

Pflegeinfluencerin @einfach.jean wollte eigentlich schon mit 16 Jahren nach der Schulzeit unbedingt einen Beruf in der Medizin ergreifen – für die Ausbildung zur Pflegekraft war sie damals aber noch zu jung. Also schlug sie einen anderen Weg ein, landete unter anderem im Büro. Wirklich glücklich macht sie diese Arbeit aber nicht. Sie wechselte in die verschiedenste Bereiche und wurde schließlich leidenschaftliche Vollzeitmutti. Mit vierzig Jahren und drei Kinder später fiel dann die Entscheidung: Jetzt oder nie. Jean begann 2010 zuerst die einjährige Ausbildung zur Pflegehelferin, wollte schauen wie es so läuft. Fazit: Alles klappte super. Die Mutter war nicht nur Klassenbeste und wurde ausgezeichnet, sie kam auch super mit ihren jungen Kolleginnen und Kollegen klar. Sie selbst sagt von sich: „Im Kopf bin ich chaotisch und vielleicht auch im Alter von dreißig Jahren stehengeblieben. Das hat einfach gut gepasst.“

Lebenserfahrung kann hilfreich sein

Bei ihrer Ausbildung hat ihre Erfahrung als Mutter durchaus seine Vorteile gehabt. In der Praxis wurde sie von vielen Kollegen nicht einfach nur als Schülerin gesehen und mehr respektiert. Trotz der späten Ausbildung arbeitete sie mit ihrem Team auf Augenhöhe zusammen und konnte in den Gesprächen mit Eltern von ihrer eigenen Erfahrung als Mutter profitieren. Dass sie von Beginn an ein tolles und passendes Team hatte, dessen ist sie sich bewusst. „Die Einstellung, mit der man auf eine neue Station kommt ist enorm wichtig. Man muss offen sein und viel Verständnis haben – auch wenn man mal angeschnauzt wird. Da hilft ein wenig Lebenserfahrung dabei, Menschen besser einschätzen und so Konflikte besser lösen zu können.“